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Neue Strategie Commerzbank will Firmenkundengeschäft umbauen

Das Institut denkt über eine Wiederbelebung seiner Mittelstandsbank nach. Investoren könnten sich LBBW-Chef Neske als neuen CEO vorstellen.
11.09.2020 Update: 11.09.2020 - 11:38 Uhr Kommentieren
Die Commerzbank hatte vor vier Jahren ihre Mittelstandsbank zerschlagen. Quelle: dpa
Commerzbank

Die Commerzbank hatte vor vier Jahren ihre Mittelstandsbank zerschlagen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Commerzbank steht vor einem groß angelegten Umbau. Neben der Schließung von Hunderten Filialen soll bei einer gemeinsamen Strategiesitzung von Vorstand und Aufsichtsrat am kommenden Donnerstag auch über eine Neuaufstellung des Firmenkundengeschäfts diskutiert werden, heißt es in Finanzkreisen.

Als weitgehend unstrittig gilt, dass es weitere Einschnitte im Auslandsgeschäft gibt. Darüber hinaus wird in der Bank diskutiert, das Geschäft mit kleinen Unternehmen und Selbstständigen aus der Privatkundensparte herauszulösen und wieder mit dem übrigen Firmenkundengeschäft mit größeren Mittelständlern bis hin zu internationalen Konzernen zusammenzulegen.

Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen und auch kommende Woche nicht zu erwarten, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen. Beschlüsse werde es erst geben, wenn ein neuer Vorstandschef an Bord sei – und das könne noch einige Zeit dauern.

Laut „Börsen-Zeitung“ macht sich der Anfang August angetretene Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter für eine Wiederbelebung der Mittelstandsbank stark. Zudem plane er eine Neuverteilung der Vorstandsressorts, schreibt das Blatt. Der erst seit Jahresbeginn amtierende Firmenkundenchef Roland Boekhout solle den bisherigen Privatkundenvorstand Michael Mandel ablösen und mittelfristig auch die Verantwortung für die IT übernehmen, für die derzeit Jörg Hessenmüller zuständig ist.

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    Ob es tatsächlich so kommt, ist nach Informationen des Handelsblatts jedoch offen. Wie die Neuaufstellung ausfalle, werde maßgeblich vom neuen Vorstandschef abhängen, nach dem aktuell noch gesucht werde, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen.

    Spekulationen über Neske

    Vorstandschef Martin Zielke hat angekündigt, spätestens Ende des Jahres abzutreten. Intern werden Firmenkundenchef Boekhout und Finanzchefin Bettina Orlopp die besten Chancen auf seine Nachfolge eingeräumt. Die Bank sieht sich mit Hilfe einer Headhunterin jedoch auch nach extern Kandidaten um. Als ein möglicher Kandidat wird dabei innerhalb der Bank und bei Investoren LBBW-Chef Rainer Neske gehandelt.

    Neske war früher Privatkundenchef der Deutschen Bank und trat Ende 2016 die Nachfolge von Vetter als LBBW-Chef an. „Mit seinem Hintergrund und seinen Erfahrungen bringt er alles mit, was ein Vorstandschef braucht“, sagt ein großer Commerzbank-Aktionär. Ob Neske tatsächlich auf der Kandidatenliste steht und nach Frankfurt wechseln will, ist jedoch unklar. Ein LBBW-Sprecher erklärte, die Bank nehme „zu solchen Spekulationen grundsätzlich keine Stellung“. 

    Unabhängig vom neuen Vorstandschef ist klar, dass die Commerzbank vor harten Einschnitten steht. Insgesamt sollen rund 10.000 Stellen abgebaut werden, das Filialnetz wird ausgedünnt.

    Die vom aktuellen Vorstand erarbeiteten Planungen sehen vor, 800 der aktuell 1000 Geschäftsstellen zu schließen. Parallel will das Institut 300 bis 400 sogenannte Service Points betreiben, in denen nur wenige Mitarbeiter arbeiten. Unter dem Strich blieben somit 500 bis 600 Niederlassungen.

    Privatkundenchef Mandel, der sich in den vergangenen Jahren stets für ein großes Filialnetz starkgemacht hatte, legt damit eine Kehrtwende hin. Sowohl im Aufsichtsrat als auch bei Investoren gibt es jedoch große Zweifel, ob Mandel der Richtige ist, um den neuen Kurs umzusetzen. „Ihm fehlt die Glaubwürdigkeit, den Umbau voranzutreiben, schließlich hat er in den vergangenen Jahren eine komplett andere Strategie vertreten“, sagt ein Großaktionär.

    Auch im Aufsichtsrat gab es bereits im Juli heftige Kritik an Mandel. Viele halten es deshalb nur noch für eine Frage der Zeit, wann er seinen Posten räumen muss. Die Commerzbank wollte sich weder zu den Personalien noch zum anstehenden Umbau des Instituts äußern.

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