Notenbank: Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch hat gute Chancen auf den Posten als oberste EZB-Bankenaufseherin
Die Vizepräsidentin der Bundesbank gilt als Favoritin für den Posten der obersten EZB-Bankenaufseherin.
Foto: Stefan Boness/IponWashington. Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch hat Insidern zufolge gute Chancen, neue Chefin der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank zu werden. Bei Gesprächen der Nachrichtenagentur Reuters mit einem Dutzend Personen mit Kenntnis der Überlegungen wurden noch zwei weitere Frauen als aussichtsreiche Kandidatinnen genannt.
Doch Buch war bei fast allen die Favoritin. Einig waren sich alle, dass eine Frau den Posten von Andrea Enria übernehmen sollte, dessen fünfjährige Amtszeit zum Ende des Jahres ausläuft. 24 der 26 Mitglieder des EZB-Rats sind derzeit Männer.
Die EZB überwacht die großen Banken im Euro-Raum. Aktuell sind das 111 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank. Neben Buch wurden noch die Vizepräsidentinnen der spanischen und irischen Zentralbanken, Margarita Delgado und Sharon Donnery, genannt. Keine der drei Frauen hat bislang geäußert, sich für den Posten bewerben zu wollen.
Die EZB wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Den Insidern zufolge hat der Auswahlprozess für die Nachfolge von Enria noch nicht angefangen. Die Ausschreibung dürfte im Herbst erfolgen.
Buch werden gute Chancen eingeräumt, da sie von Deutschland als größter Volkswirtschaft der Euro-Zone unterstützt werden dürfte. Zudem hat sie Erfahrung in einer großen Institution.
Seit 2014 ist Buch Vize-Präsidentin der Bundesbank. Dort hat sie allerdings erst am 1. April die Bankenaufsicht übernommen. Bis 2014 gehörte sie zu den Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung beraten.