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PwC-StudieDie Banken zahlen für die strengere Regulierung einen hohen Preis

Strengere Finanzregeln haben bei den Banken pro Jahr zu Mehrkosten in Höhe von 37 Milliarden Dollar geführt – und die Rendite gedrückt.Katharina Slodczyk 11.04.2018 - 19:54 Uhr Artikel anhören

Hohe Belastungen für die Geldhäuser.

Foto: dpa

Frankfurt. Es sind häufig recht blumige Vergleiche, die Banker ziehen, wenn sie über immer neue Regulierungsregeln klagen. Von teuren Fesseln ist die Rede und einem perfekten Sturm, der sich seit der Finanzkrise ausbreitet und seinen Preis fordert. Wie hoch dieser genau für das Kapitalmarktgeschäft der Banken ausfällt, das haben Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC jetzt im Auftrag der europäischen Finanzmarktlobby Afme berechnet.

Demnach haben Regulierungsvorschriften, die Regierungen und Aufseher nach der Finanzkrise einführten, die großen Institute 37 Milliarden Dollar jährlich gekostet. Das entspricht knapp 40 Prozent der jährlichen Ausgaben im Kapitalmarktgeschäft. Das geht aus der Afme-Studie hervor, die an diesem Donnerstag veröffentlicht wird und dem Handelsblatt vorab vorlag. Haupttreiber der Kosten waren die deutlich gestiegenen Eigenkapitalvorgaben, die die Banken umsetzen müssen, um Risiken abzufedern.

Die Autoren der Studie kommen zudem zu folgendem Ergebnis: Die Regulierung hätte die Eigenkapitalrendite der Finanzhäuser massiv einbrechen lassen, von 17 auf drei Prozent, wenn diese nicht an anderer Stelle Kosten gesenkt, Preise erhöht oder andere Schritte eingeleitet hätten, um die Folgen der Vorschriften aufzufangen. Da die Banken aber reagiert hätten, habe sich die Eigenkapitalrendite nur auf elf Prozent verringert.

Dies ist die wohl erste Untersuchung, die die Folgen und Kosten der regulatorischen Vorgaben für das Kapitalmarktgeschäft der Banken detailliert analysiert – und sich dabei nicht auf Schätzungen verlässt. Die Afme-Studie basiert auf Daten von insgesamt 13 globalen Banken, die für 70 Prozent des weltweiten Kapitalmarktgeschäfts stehen.

Die Daten beziehen sich auf Regulierungsregeln, die zwischen 2010 und 2016 eingeführt worden waren. Neuere Regulierungsprojekte wie die Richtlinie Mifid II, die seit Anfang dieses Jahres gilt, waren nicht Teil der Untersuchung.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich die Regulierung weiterhin nachhaltig auswirkt – und zwar etwa in der Weise, dass die Banken ihre Bilanzen in bestimmten Segmenten deutlich verkürzen. Die Institute reagierten damit auf die Vorgaben der Aufsichtsbehörden. „Die Banken haben sehr genau geprüft, in welchen Märkten sie sich noch engagieren wollen“, sagt Studienautor Nick Forrest von PwC.

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Besonders groß sei der Rückzug bei Zinsprodukten ausgefallen. Dieses Segment sei inzwischen nur noch halb so groß wie im Jahr 2010, heißt es in der Studie. Angesichts dieses Einbruchs müsse man untersuchen, ob die Regulierung in dem Bereich zu exzessiv ausgefallen sei, fordert Afme-Regulierungsexperte Michael Lever.

Grundsätzlich sei es aber schwierig zu beurteilen, ob die Behörden mit ihren Vorgaben zu weit gegangen seien, da einige voraussichtlich negative Folgen der Regulierung durch die Geldpolitik der Zentralbanken aufgefangen worden seien – allen voran durch die Möglichkeit, sich günstig zu refinanzieren. „Erst wenn die Geldpolitik sich nach und nach normalisiert, werden wir sehen, ob Regulierer die richtige Balance gefunden haben“, so Lever.

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