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Schweizer Großbank Stimmrechtsberater Ethos fordert Abgang des Credit-Suisse-Präsidenten

Verwaltungsratschef Urs Rohner und CEO Tidjane Thiam kämpfen um die Macht. Rohners Verbleib an der Spitze aber sei nicht wünschenswert, sagt Ethos.
06.02.2020 - 14:30 Uhr Kommentieren
Der Machtkampf zwischen den beiden Managern hat sich zuletzt zugespitzt. Quelle: Reuters
Chairman Urs Rohner und CEO Tidjane Thiam der Credit Suisse.

Der Machtkampf zwischen den beiden Managern hat sich zuletzt zugespitzt.

(Foto: Reuters)

Zürich Im Machtkampf an der Spitze der Credit Suisse fordert der Schweizer Stimmrechtsberater Ethos den Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. Es sei nicht wünschenswert, dass der Präsident wie geplant ein weiteres Jahr bleibe, sagte Ethos-Chef Vincent Kaufmann zur Nachrichtenagentur Reuters.

„Können wir uns ein weiteres Jahr der Spannungen zwischen dem Präsidenten, dem CEO, den Medien und dem Vertrauen von Mitarbeitern und Kunden leisten? All dies lässt uns glauben, dass wir einen schnelleren Wandel brauchen.“ Ethos war Rohner gegenüber seit 2017 kritisch eingestellt.

Ein neuer, von außen kommender Verwaltungsratspräsident sei dann in einer besseren Position, das Management herauszufordern. Sollte Vorstandschef Tidjane Thiam entgegen bisheriger Beteuerungen nachgewiesen werden können, dass er von der Überwachung zweier Spitzenmanager wusste, müsse auch er gehen, sagte Kaufmann. Der Beschattungsskandal müsse sich zudem in den Boni niederschlagen.

Ein Wechsel an der Konzernspitze wäre eine weitere Eskalation der Beschattungsaffäre, die Credit Suisse seit Herbst in Atem hält. Rohner und weitere Verwaltungsräte der Schweizer Großbank sind Insidern zufolge angesichts immer neuer Enthüllungen und der laufenden Untersuchung der Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) zur Einsicht gelangt, dass ein Befreiungsschlag notwendig werden könnte. Das Gremium berät dieser Tage unter anderem zu dem Thema.

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    Inzwischen haben sich drei Großaktionäre zu Wort gemeldet und für Thiam Stellung bezogen. „Es ist jetzt offensichtlich, dass der Verwaltungsratspräsident Tidjane raus haben will“, erklärte Harris-Associates-Anlagechef David Herro. Thiam habe die Bank gut aufgestellt. „Wenn einer der beiden gehen muss, dann sollte es nicht der CEO sein.“ Harris hält eigenen Angaben zufolge rund acht Prozent an Credit Suisse.

    Der US-Hedgefonds Eminence Capital, der nach eigenen Angaben fast ein Prozent der Aktien sowie Kaufoptionen auf weitere Anteile hält, schrieb diese Woche an Rohner und erklärte, er sei zunehmend enttäuscht über die Maßnahmen des Verwaltungsrates.

    „Wenn der Verwaltungsrat beschließt, eine persönliche Agenda gegenüber dem CEO zu verfolgen, anstatt als umsichtige Treuhänder zu agieren, werden wir Präsident Rohner und den Rest des Verwaltungsrates für ein Verhalten zur Verantwortung ziehen, das unserer Meinung nach wertschädigend für die Aktionäre ist“, hieß es in einem Reuters vorliegenden Schreiben von Eminence. Medienberichten zufolge stärkte auch die Anlagegesellschaft Silchester Thiam den Rücken.

    Der Staatsfonds Qatar Holding mit einer Beteiligung von mehr als fünf Prozent sowie die saudische Olayan-Gruppe mit rund fünf Prozent haben sich bisher nicht öffentlich zur Spionagefrage geäußert. Credit Suisse wollte sich nicht äußern. 

    Mehr: Der Machtkampf bei der Credit Suisse spitzt sich zu.

    • rtr
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