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SparkassenZehn Prozent Frauen in den Vorständen als Ziel – bloß oder immerhin?

Die Quote, die bis 2027 erreicht werden soll, liegt nur leicht über dem aktuellen Stand. Doch für einen Landes-Sparkassenverband ist das Ziel besonders ambitioniert.Elisabeth Atzler, Henrike Adamsen 15.03.2024 - 12:05 Uhr
Die Zahl der Frauen in den Vorständen von Sparkassen steigt nur langsam. Foto: dpa

Frankfurt, Mainz. Die deutschen Sparkassen haben sich für den Anteil von Frauen in den Vorständen eine Zielquote gegeben. Bis 2027 soll jeder zehnte Vorstandsposten durch eine Frau besetzt sein. Sparkassenpräsident Ulrich Reuter betrachtet die Steigerung, die sich die Sparkassen nun vornähmen, als „eine erhebliche Veränderung gegenüber den letzten zehn Jahren“.

„Wir kommen schrittweise voran“, zeigte sich der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) optimistisch. Gleichwohl gestand er ein, dass es nur langsam vorwärts geht. „Die Geschwindigkeit stellt mich nicht zufrieden“, sagte Reuter diese Woche.

Die Sparkassen fallen – wie die Volks- und Raiffeisenbanken – dadurch auf, dass sehr wenige Frauen den Vorständen angehören. Bei den gut 350 Sparkassen liegt der Anteil aktuell bei 7,7 Prozent, wie das Analysehaus Barkow Consulting ermittelt hat. 2000 waren es 3,4 Prozent.

Der geringe Frauenanteil in den Sparkassen-Vorständen ist besonders frappierend, da bei ihnen deutlich mehr Frauen als Männer arbeiten. Der Frauenanteil unter allen Beschäftigten bei den Sparkassen beträgt mehr als 60 Prozent.

Die angepeilte Quote würden die Sparkassen allerdings schon überspringen, wenn sie Barkow-Zahlen zufolge lediglich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortschreiben. Vor einem Jahr lag der Frauenanteil in den Vorständen demnach bei 6,9 Prozent, vor drei Jahren waren es 5,8 Prozent.

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Sabine Lutzius, Partnerin bei der Unternehmens- und Personalberatung Ifp, hält das Ziel der Sparkassen dennoch für „durchaus ambitioniert“. „Die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit zeigt in eine zielführende Richtung.“

Aber die Wirtschaftspsychologin mahnt an, dass die Sparkassen mehr tun sollten. „Um diesen Weg konsequent weiter zu beschreiten, müssen die Institute jetzt in entsprechende Förderprogramme investieren, um geeignete Frauen zu identifizieren und für die Übernahme einer Vorstandsaufgabe auch unter formalen Gesichtspunkten zu qualifizieren“, sagt Lutzius.

Birte Quitt ist seit Anfang des Jahres Vorständin bei der Hamburger Sparkasse. Foto: Sparkasse

Aus Sicht von Sandra Douqué, Partnerin Beratungsfirma Zeb, geht die Zielquote der Sparkassen „in die richtige Richtung“. „Man könnte nur noch ambitionierter sein“, findet sie.

„Einen höheren Frauenanteil in Vorstandsetagen kann ich nur begrüßen“, sagt Douqué. „Studien zeigen, dass divers aufgestellte Unternehmen erfolgreicher sind. Ein divers aufgestellter Bankvorstand balanciert Stärken und Schwächen besser aus.“ Zudem würden Frauenförderung und Frauen im obersten Management immer wichtiger für die Arbeitgeberattraktivität. „Unternehmen mit nur oder vor allem Männern in den Vorständen kommen bei Nachwuchskräften nicht gut an“, warnt Douqué.

Große regionale Unterschiede

Auffällig ist, dass es große regionale Unterschiede bei den Frauenanteilen in Sparkassenvorständen gibt. Der bayerische Sparkassenverband beziffert den Anteil auf 8,2 Prozent. In Rheinland-Pfalz sind es bloß zwei Prozent – eine einzige Frau.

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Am Montag wird laut des dortigen Sparkassenverbandes eine zweite Frau in einen Sparkassenvorstand einziehen. „Es darf gern mehr sein“, erklärte Thomas Hirsch, Präsident des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz, am Mittwoch mit Blick auf das Zehn-Prozent-Ziel.

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Dennoch hinken die Sparkassen in Rheinland-Pfalz sogar noch hinter den Volks- und Raiffeisenbanken her. Der Frauenanteil in den Vorständen der rund 700 Genossenschaftsbanken lag Ende 2022 bei 4,6 Prozent. Neuere Zahlen hat der Branchenverband BVR noch nicht. Auch bei den Genossenschaftsbanken sind rund 60 Prozent der Beschäftigten Frauen.

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