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Start-up Guter Deal statt Super-App: Klarna übernimmt Fintech Stocard

Die Mannheimer wollten eigentlich zur Super-App fürs Bezahlen werden. Doch die Pläne waren wohl eine Nummer zu groß.
22.07.2021 - 16:15 Uhr Kommentieren
Wird wohl abgelöst und geht ins Klarna-Management. Quelle:  Stocard GmbH
Stocard-Gründer Björn Goß

Wird wohl abgelöst und geht ins Klarna-Management.

(Foto:  Stocard GmbH)

Hamburg Es waren hochgesteckte Pläne: Eigentlich wollte Gründer Björn Goß aus seiner Kundenkarten-App Stocard eine Super-App fürs bargeldlose Bezahlen machen – made in Mannheim. Basis waren 60 Millionen Kunden, die Stocard in den vergangenen zehn Jahren eingesammelt hat.

Doch offenbar waren die Pläne auf eigene Faust eine Nummer zu groß: Stocard lässt sich für 113 Millionen Euro vom schwedischen Zahlungs-Einhorn Klarna kaufen. So heißt es aus dem Umfeld der Beteiligten. Die Investoren machen bei der Mehrheitsübernahme durch die Schweden dennoch einen guten Schnitt.

Stocard digitalisiert Kundenkarten. Statt einer Plastikkarte wird so an der Kasse eine App gescannt. Schon vor drei Jahren sah sich Goß damit in 15 Ländern als größte Shopping-App – vor Unternehmen wie Amazon. Darauf basierten seine ursprünglichen Pläne, Stocard per virtueller Prepaid-Kreditkarte zur internationalen Bezahl-App auszubauen.

Auch für Klarna war diese starke Kundenzahl offenbar ein Grund für die Übernahme der Mehrheit an Stocard. Die Marke soll offenbar zunächst erhalten werden. Ansonsten plant Klarna dem Vernehmen nach Änderungen: Das Geschäftsführer-Team aus Goß und David Handlos wird abgelöst. Klarna schickt eigene Manager nach Mannheim. Die beiden bisherigen Chefs bekommen stattdessen Management-Posten bei Klarna.

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    Über den Deal hatte als Erstes „FinanceFWD“ berichtet, allerdings ohne finanzielle Details zu nennen. Laut Verhandlungskreisen zahlen die Schweden die Hälfte des Preises in Aktien, den Rest in Cash.

    Ursprungsinvestment mehr als verdreißigfacht

    Für die Stocard-Investoren dürfte sich das lohnen. Zuletzt waren 2018 rund 25 Millionen Euro Risikokapital von Macquarie Capital und Bestandsinvestoren geflossen. Die frühen Investoren Shortcut, Alstin von Carsten Maschmeyer, der US-Fund Rocketship VC, High-Tech Gründerfonds und Engelhorn hatten zuvor 4,5 Millionen Euro investiert. Rechnerisch hat sich dieses Ursprungsinvestment mehr als verdreißigfacht.

    Laut Verhandlungskreisen soll auch der chinesische Zahlungsdienstleister Alipay seit Monaten um Stocard gebuhlt haben. Letztlich habe aber die europäische Herkunft von Klarna den Ausschlag gegeben. Zu der Entscheidung habe die Verunsicherung durch das zeitweilige Verschwinden des Gründers der Alipay-Mutter Alibaba, Jack Ma, beigetragen.

    Der mit 45,6 Milliarden Dollar bewertete Zahlungsdienstleister Klarna ist derzeit auf Einkaufstour. Am Donnerstag verkündeten die Schweden die Übernahme der Social-Shopping-Plattform Hero mit Sitz in London und New York.

    Auch über diesen Kauf gewinnt Klarna den Zugang zu Verbrauchern. „Klarna wird seinen 250.000 Händlern die Integration von Hero ermöglichen, sodass deren Teams in ihren Filialen eigene Inhalte und Bewertungen zu den Produkten erstellen sowie Beratungen in Echtzeit anbieten können“, teilte Klarna mit.

    Klarna will Deal noch nicht bestätigen

    Die Stocard-Übernahme bestätigte Klarna auf Anfrage nicht: „Zu den Gerüchten um eine Übernahme von Stocard können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht äußern“, sagte ein Sprecher.

    Klarna ist als Bezahlangebot für Webshops gestartet. Es bietet Verbrauchern an, erst nach der Lieferung zu zahlen, so ähnlich wie auf Rechnung. Dabei gewährleistet Klarna die Zahlung für die Händler, die den Dienst einbinden.

    Inzwischen wird Klarna selbst stärker zur Shopping-Plattform und verweist auf die Angebote der Händler. Dazu passen die beiden Akquisitionen.

    Zugleich wird Klarna mit eigenem Bankkonto und Festgeld-Angebot stärker zum Konkurrenten für Banken – und nicht mehr nur für Bezahldienste wie Google Pay und Paypal. Laut „Crunchbase“ hat Klarna seit der Gründung 2005 rund 3,7 Milliarden Dollar Risikokapital eingesammelt und zehn Übernahmen gestemmt.

    Mehr: Fintechs wetteifern um eine Super-App

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