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Störung Peinliche Panne: Softwarefehler legte Handel an der Deutschen Börse lahm

Eine Störung hat den Handel in Deutschland und anderen Staaten für rund drei Stunden zum Erliegen gebracht. Es ist der zweite große Ausfall innerhalb kurzer Zeit.
01.07.2020 - 15:36 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen mit einem Marktwert von rund 25 Milliarden Euro wird bisher primär von der hessischen Börsenaufsicht kontrolliert. Quelle: dpa
Deutsche Börse

Das Unternehmen mit einem Marktwert von rund 25 Milliarden Euro wird bisher primär von der hessischen Börsenaufsicht kontrolliert.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Deutsche Börse rühmt sich gerne für die Stabilität ihrer Systeme. Doch am Mittwochmorgen ist es zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten zu einem großen Ausfall gekommen. Eine technische Störung legte rund drei Stunden lang einen Großteil des Handels in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern lahm.

Betroffen vom Ausfall in Deutschland waren der Aktienhandel über Xetra, die Leipziger Strombörse EEX sowie der Derivatehandel der wichtigsten Konzernsparte Eurex. Darüber hinaus funktionierte an vielen anderen Börsen, die das System des hessischen Unternehmens nutzen, der elektronische Handel nicht. Dazu zählen die Handelsplätze in Wien, Prag, Budapest, Zagreb, Ljubljana, Sofia und Malta.

Für die Deutsche Börse ist der Vorfall extrem peinlich, schließlich gab es bereits Mitte April einen Ausfall. Damals herrschte wegen einer Störung im Handelssystem T7 für mehr als vier Stunden Stillstand – es war die größte Panne seit Jahren.

„Die Störung im System T7 im April und der heutige Systemausfall haben denselben Ausgangspunkt“, erklärte die Deutsche Börse am Mittwoch. „Dieser liegt in einer fehlerbehafteten zugekauften Software, die Teil des Handelssystems ist.“ Die Börse habe die Ursache verstanden und den Fehler beseitigt. „Äußere Einflüsse können wir ausschließen.“

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    IT-Vorstand Christoph Böhm hatte auf der Hauptversammlung im Mai erklärt, das Unternehmen habe Maßnahmen ergriffen, damit das gleiche Probleme wie im April nicht erneut auftrete. Zudem habe der Konzern Vorkehrungen getroffen, damit mögliche Störungen künftig schneller behoben werden können.

    Investoren fordern Schadensersatz

    Handelsausfälle schaden nicht nur der Reputation von Deutschlands größtem Börsenbetreiber, sie können auch zu finanziellen Belastungen führen. Nach der Panne im April hätten Investoren im Xetra-Handel Schadensersatzansprüche in Höhe von 2500 Euro und im Eurex-Handel in Höhe von 971.000 Euro geltend gemacht, sagte Böhm.

    In der Vergangenheit fielen Pannen bei der Deutschen Börse meist kürzer aus. Am 15. Oktober 2018 begann der Xetra-Handel wegen technischer Probleme beispielsweise eine Stunde später, am 16. März 2018 mit 40 Minuten Verspätung.

    Letztere Panne war für die Deutsche Börse besonders ärgerlich, schließlich hatte der Konzern jenen Freitag im März zum „Tag der Aktie“ ausgerufen, an dem Privatanleger Dax-Aktien und Indexfonds gebührenfrei kaufen konnten. Zudem verzögerte sich wegen der Panne der für diesen Tag angesetzte Börsengang der Siemens-Medizintechniktochter Healthineers.

    Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer war die Situation damals äußert unangenehm. „Ein Börsenchef hasst es wie die Pest, wenn es Netzwerkprobleme oder Softwareprobleme gibt“, sagte er wenig später im Handelsblatt-Interview.

    Mehr: Deutsche Börse überprüft nach Wirecard-Skandal die Dax-Regeln.

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