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Hauptversammlung Theodor Weimer will Stand jetzt bis Ende 2024 Börsenchef bleiben

Es ist ein Bekenntnis mit Hintertürchen: „Derzeit“ plant der CEO, seinen Vertrag zu erfüllen. Einen vorzeitigen Abgang zur Deutschen Bank schließt er aber auch nicht aus.
19.05.2020 Update: 19.05.2020 - 16:29 Uhr Kommentieren
Der Vorstandschef bekennt sich auf der virtuellen Hauptversammlung fürs Erste zur Deutschen Börse. Quelle: Reuters
Theodor Weimer

Der Vorstandschef bekennt sich auf der virtuellen Hauptversammlung fürs Erste zur Deutschen Börse.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die unklaren Karrierepläne von Vorstandschef Theodor Weimer treiben viele Aktionäre der Deutschen Börse um. Tritt der 60-Jährige bald ab, um 2022 die Nachfolge von Paul Achleitner als Chefkontrolleur der Deutschen Bank anzutreten? Oder erfüllt er seinen bis Ende 2024 laufenden Vertrag als Börsenboss?

Weimer hat sich auf der virtuellen Hauptversammlung der Deutschen Börse am Dienstag erstmals zu dem Thema geäußert – und sich dabei zumindest fürs Erste zu seinem aktuellen Arbeitgeber bekannt. „Sie dürfen davon ausgehen, dass ich derzeit natürlich plane, meinen Vertrag bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit zu erfüllen“, sagte er. Die Arbeit bei der Börse bereite ihm große Freude. „Ich bin mit Leidenschaft dabei.“

Kategorisch ausschließen wollte Weimer einen vorzeitigen Abschied jedoch auch nicht. „Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass die Ausübung des Amtes nicht nur von mir, sondern auch von anderen Faktoren abhängt, wie Erfolg, einem glücklichen Händchen, der Zustimmung zu meiner Arbeit und dergleichen mehr.“

Weimer soll am Mittwoch als einfaches Mitglied in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt werden. „Alles andere ist Spekulation“, sagte er. Viele sehen Weimer als Favoriten für die Achleitner-Nachfolge 2022.

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    Solange er Vorstandschef der Börse sei, könne er den Aufsichtsratsvorsitz bei der Deutschen Bank jedoch nicht übernehmen, betonte Weimer.

    „Machen Sie Ihren Job richtig“

    Kritik gab es von Aktionären auch daran, dass Weimer nicht nur bei der Deutschen Bank, sondern auch bei Knorr-Bremse in den Aufsichtsrat einziehen will. „Herr Weimer, statt auf vielen Hochzeiten zu tanzen, sollten Sie Ihren Job richtig machen“, erklärte Portfoliomanagerin Alexandra Annecke von Union Investment in ihrer Stellungnahme zur Hauptversammlung. „Dazu gehört auch, dass die Computersysteme am größten Handelsplatz des Kontinents einwandfrei funktionieren und nicht wie Mitte April stundenlang lahmgelegt sind.“

    Bei der Panne am 14. April stand der Großteil des Handels in Deutschland sowie bei Partnerbörsen in Österreich, der Tschechischen Republik, Ungarn, Kroatien, Bulgarien und Malta für mehr als vier Stunden still. Grund war ein technischer Fehler beim Handelssystem T7.

    Die Deutsche Börse habe durch Anpassungen sichergestellt, dass dieses Problem nicht wieder auftreten könne, sagte IT-Vorstand Christoph Böhm. Zudem habe der Konzern Maßnahmen ergriffen, damit mögliche Störungen künftig schneller behoben werden können.

    Weimer bekräftigte, dass die Deutsche Börse den Rückstand auf internationale Konkurrenten durch große Zukäufe verkürzen will. Mit den Übernahmen der US-Softwarefirma Axioma sowie einer Mehrheitsbeteiligung an der Fondsvertriebsplattform der Schweizer Großbank UBS habe das Unternehmen zwar Fortschritte gemacht. „Wir brauchen allerdings mehr und noch größere Transaktionen.“

    Eine Fusion unter Gleichen, wie sie die Deutsche Börse zuletzt 2016 und 2017 mit der London Stock Exchange (LSE) versucht hatte, strebe er jedoch nicht an, bekräftigte Weimer. Auch ein Megadeal wie die 27 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Finanzdatenanbieters Refinitiv durch die LSE stehe „nicht auf unserer Tagesordnung“.  

    Wegen der Coronakrise seien einige Verkäufer „zuletzt etwas zögerlicher geworden“, berichtete der Vorstandschef. Grundsätzlich führe an Zukäufen in der Börsenbranche aber kein Weg vorbei. Der Konzern aus Eschborn bei Frankfurt hat dafür aktuell mehr als zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Zudem könnte er bei Übernahmen eigene Aktien einsetzen oder eine Kapitalerhöhung stemmen.  

    „Den Dax zu schlagen reicht nicht aus“

    Nach der Hauptversammlung wurde IBM-Manager Martin Jetter zum neuen Aufsichtsratschef gewählt. Sein Vorgänger Joachim Faber betonte bei seinem letzten Auftritt als Chefkontrolleur, dass sich der Unternehmenswert der Deutsche Börse seit seinem Amtsantritt 2012 mehr als verdreifacht hat.

    Aktionäre erinnerten ihn allerdings daran, dass sich andere Börsenbetreiber noch besser entwickelt haben. Der Kurs der LSE ist in den vergangenen acht Jahren beispielsweise um mehr als 900 Prozent gestiegen, die Papiere der Chicago Mercantile Exchange (CME) haben um mehr als 400 Prozent zugelegt.

    „Als Aktionär wollen wir vor allem, dass die Aktienkursentwicklung endlich dauerhaft mithalten kann mit den anderen führenden Börsenbetreibern“, forderte Union-Investment-Managerin Annecke. „Den Dax zu schlagen reicht nicht aus.“

    Kritik übten Annecke und Hendrik Schmidt von der Fondsgesellschaft DWS auch am neuen Vorstandsvergütungssystem der Deutschen Börse. „Es sind zwar gewisse Verbesserungen erkennbar, aber Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind für uns noch nicht ausreichend“, erklärte Annecke.

    Schmidt findet unter anderem, dass die Bonuszahlungen an den Vorstand zu stark von der Entwicklung des bereinigten Konzernüberschusses abhängen. „Eine weitere Differenzierung wäre hier wünschenswert gewesen.“ Trotz dieser Kritik billigte die Hauptversammlung das neue Vergütungssystem am Ende – die Zustimmungsquote lag allerdings nur bei 65 Prozent.

    Mehr: Die Coronakrise lässt bei der Deutschen Börse die Kasse klingeln.

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