Ukraine-Krieg: „Zeiten werden deutlich schlechter“ – Europas Banken fürchten Enteignungen in Russland
Der Mutterkonzern der russischen Rosbank, die französische Société Générale, ist durch die Ukrainekrise massiv unter Druck geraten.
Foto: BloombergFrankfurt. Eine der größten russischen Banken ist eigentlich französisch. Gemessen an der Bilanzsumme liegt die Rosbank auf dem neunten Platz der Rangliste der wichtigsten Geldhäuser in Russland, und seit 2008 hält die Société Générale die Mehrheit an dem Institut. Jetzt stellt sich Vorstandschef Frédéric Oudéa offenbar auf einen möglichen Totalverlust ein. Die Bank habe „mehr als genug Puffer, um die Konsequenzen eines möglichen Extremszenarios abzufedern, in dem die Gruppe ihre Anteile in Russland ganz verliert“, teilte die Bank Ende vergangener Woche mit.
Für Aufsehen in der Branche sorgte vor allem die Begründung, die die Société Générale für ihre Befürchtungen anführt. In der Mitteilung ist von der Gefahr die Rede, dass der Bank die Eigentumsrechte an ihren russischen Töchtern entzogen werden. Die Äußerungen lassen darauf schließen, dass westliche Banken wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen von Russland befürchten.
Die Société Générale ist nicht die einzige westeuropäische Bank, die solche Extremszenarien durchspielt. Wie groß die Sorge der Investoren ist, zeigen die Aktienkurse der westlichen Geldhäuser mit den größten Russlandrisiken.