Zahlungsverkehr: Konkurrenz zu Visa und Paypal: Eigenes Bezahlsystem für Europa kostet Milliarden
Die europäischen Banken wollen bei neuen Zahlungsmethoden nicht weiter abhängig von amerikanischen Zahlungsfirmen sein.
Foto: Getty ImagesFrankfurt, Brüssel. Die europäischen Banken stehen in diesem Sommer vor einer Richtungsentscheidung. Nehmen sie viel Geld für die Entwicklung eines eigenen Bezahlsystems in die Hand? Oder überlassen sie mächtigen US-Unternehmen wie Visa, Mastercard und Paypal das Feld?
Hinter den Kulissen wird derzeit intensiv diskutiert, denn es geht um gewaltige Summen. Die Entscheidung soll in zwei Monaten fallen. Nach Informationen des Handelsblatts rechnen die europäischen Banken für den Aufbau eines eigenen Bezahlsystems in den nächsten vier Jahren mit Kosten von bis zu 4,2 Milliarden Euro.
Aktuell gehören der European Payment Initiative, kurz EPI, 31 Geldhäuser und zwei Zahlungsfirmen an. In Deutschland sind unter anderem die Sparkassen, die Deutsche Bank und die Commerzbank mit von der Partie.
Auf die deutschen Geldhäuser kämen Finanzkreisen zufolge bis zu einem Viertel der Gesamtkosten zu – also bis zu eine Milliarde Euro. Das ist viel Geld in Zeiten, in denen die Erträge angesichts der Negativzinsen unter Druck stehen und sich viele Banken im Umbau befinden.