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Nach dem Vorstoß von Unicredit herrscht in der Zentrale der Commerzbank in Frankfurt angespannte Stimmung. Foto: imago/Jan Eifert

Commerzbank„Unbedingt diesen Deal machen“ – Neustart in Europas Banken-Monopoly

Ausgerechnet Italiens Unicredit greift nach Deutschlands zweitgrößter Privatbank. Der Vorstoß mag betriebswirtschaftlich Sinn ergeben – volkswirtschaftlich und politisch ist er heikel. Insights eines Übernahmekampfs. 13.09.2024 - 08:50 Uhr aktualisiert Artikel anhören
  • Die deutsche Politik zeigt sich überrascht vom Interesse der italienischen Unicredit, die Commerzbank zu übernehmen. Der Unicredit-Chef dagegen betont, mit allen deutschen Akteuren seit Langem im Gespräch zu sein.
  • Der Vorstoß der Italiener stößt die Bundesregierung in ein Dilemma: Sie möchte ihre Anteile an Deutschlands zweitgrößter Bank verkaufen, sie möchte Europas Bankenunion vorantreiben – aber auch die Commerzbank als eigenständige Bank erhalten.
  • In der Commerzbank wollen sich viele gegen eine Übernahme wehren, auch wegen Erinnerungen an ein ähnliches Szenario.
  • Wieso der Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung, Florian Heider, eine Übernahme hingegen für richtig hält, lesen Sie hier im Interview.

Frankfurt, Berlin. Die Mitteilung aus Mailand ist erst wenige Stunden alt, die erste Überraschung in den Frankfurter Büros der Commerzbank gerade verarbeitet, da schaltet sich am späten Mittwochnachmittag der Aufsichtsrat der zweitgrößten deutschen Privatbank zusammen.

Jens Weidmann, der ehemalige Bundesbank-Präsident und heutige Chefkontrolleur, hat kurzfristig zur Videokonferenz per Teams eingeladen. Die Stimmung ist angespannter, als es die Formulierung des einzigen Tagesordnungspunkts vermuten lässt: „Kommunikation und Verhalten der Aufsichtsratsmitglieder“.

Den Teilnehmern, so erfährt das Handelsblatt anschließend aus ihrem Kreise, ist die Überrumplung anzumerken. Dass die italienische Unicredit bei den Frankfurtern einsteigt und damit die Basis für eine Übernahme legt? Das hat die Mehrheit des Gremiums nicht kommen sehen. Das Vorgehen der Italiener, die ohne große Vorwarnung neun Prozent an der Commerzbank erworben haben, werten die meisten als unfreundlichen Akt.

Und nicht nur Richtung Mailand fallen kritische Worte. Auch am Vorgehen der Bundesregierung, die einen Teil ihrer Beteiligung in einer Auktion durch die Finanzagentur des Bundes an Unicredit verkauft hat, gibt es Kritik. Berlin sei naiv und blauäugig vorgegangen, habe die Konsequenzen nicht ausreichend bedacht, finden einige Aufsichtsräte. In der Runde richtet sich das an Tammo Diemer, der als Geschäftsführer der Finanzagentur die Bundesanteile verwaltet. Er verspricht, die Rückmeldungen an die politischen Entscheider weiterzugeben.

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