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GeldKlarna mit mehr Verlust vor möglichem neuen Anlauf für Börsengang

Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna verbucht im zweiten Quartal rote Zahlen. Das liegt unter anderem an neuen Rückstellungen für größere Konsumentenkredite.Elisabeth Atzler 14.08.2025 - 23:50 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Die App des schwedischen Zahlungsanbieters Klarna: Das Unternehmen will mehr Produkte wie Neobanken anbieten. Foto: dpa

Frankfurt. Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna hat trotz eines deutlichen Ertragswachstums im zweiten Quartal 2025 einen höheren Verlust als im Vorjahr verbucht. Der Nettoverlust fiel mit 53 Millionen Dollar fast dreimal so hoch aus wie im zweiten Quartal 2024, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Klarna-Geschäftszahlen hervorgeht.

Dabei könnte Klarna offenbar kurzfristig einen neuen Anlauf für den geplanten Börsengang in den USA nehmen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg kürzlich berichtete, will Klarna den möglichen Börsengang bereits im September wieder vorantreiben. Das Unternehmen äußert sich nicht dazu.

Bekannt ist Klarna vor allem für den Rechnungs- und Ratenkauf, umgangssprachlich „Buy now, pay later“ (BNPL). Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben weltweit mehr als 100 Millionen Nutzerinnen und Nutzer zählt, hat sein Produktangebot zuletzt ausgeweitet und betrachtet sich selbst als „globale Digitalbank“.

Im zweiten Quartal 2025 stiegen die Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle. Klarna erklärte das damit, dass das Unternehmen verstärkt größere und länger laufende Ratenkredite anbiete und dafür zu Beginn Rückstellungen bilde – für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Verbraucher nicht zurückzahlen könne. Typische BNPL-Darlehen sind nur für kleine Kaufbeträge und für eine kurze Laufzeit.

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Zudem umfasse der Verlust eine einmalige Gebühr, weil Klarna weniger Bürofläche nutze. Das Unternehmen setzt vergleichsweise stark auf Künstliche Intelligenz und hat die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr um fast ein Viertel auf gut 3800 gedrückt. Zudem gab Klarna mehr Geld aus für eine aktienbasierte Vergütung.

Klarna will sich in Richtung Neobank entwickeln

Die Erträge indes kletterten im abgelaufenen Quartal um ein Viertel auf 823 Millionen Dollar. Auch das Volumen der abgewickelten Zahlungen legte deutlich zu.

Nach US-Medienberichten zählte Klarna zu den Unternehmen, die ihre Pläne für einen Börsengang nach dem Kursrutsch Anfang April unterbrochen hatten. Die Aktienmärkte waren damals eingebrochen, nachdem US-Präsident Donald Trump Strafzölle angekündigt hatte.

Bloomberg zufolge hatte Klarna zuvor angestrebt, bei dem Börsengang mindestens eine Milliarde Dollar einzunehmen. Die angepeilte Gesamtbewertung lag demnach bei 15 Milliarden Dollar.

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Klarna ist derzeit dabei, das Produktangebot auszubauen, unter anderem mit einem Mobilfunkangebot in den USA. Es ist auch für Großbritannien und Deutschland vorgesehen. Mit Mobilfunkverträgen gehe Klarna noch einen Schritt weiter und baue sein Neobank-Angebot weiter aus, sagte Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski im Sommer.

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In Deutschland bietet Klarna bereits ein Girokonto und Festgeld an. Allerdings ist der Wettbewerb in diesem Segment – nicht nur in Deutschland – groß.

Das 2005 gegründete Unternehmen war jahrelang profitabel gewachsen, hatte dann aber vor allem aufgrund hoher Investitionen mehrfach teils hohe Verluste eingefahren. Auch zeitweise hohe Kreditausfälle infolge des starken Wachstums und gestiegener Zinsen machten Klarna zu schaffen. So waren die Kreditausfälle im Jahr 2021 nach oben geschossen. Zwischenzeitlich, erstmals im Sommer 2021, war Klarna mit etwa 46 Milliarden Dollar bewertet und galt als das wertvollste Start-up Europas.

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