Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Betriebliche Altersversorgung Finanzaufsicht bremst Start erster neuartiger Betriebsvorsorge

Drei Jahre nach Einführung des neuen Sozialpartnermodells wollten die Versicherer Talanx und Zurich das erste Produkt Anfang Juli starten. Nun wird der Termin verschoben.
05.07.2021 - 17:46 Uhr Kommentieren
Die neue Betriebsvorsorge soll erst nach dem Sommerferien wohl im September starten. Quelle: dpa
Talanx

Die neue Betriebsvorsorge soll erst nach dem Sommerferien wohl im September starten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Was lange währt, verzögert sich mitunter noch weiter: Die erste Betriebsrente ohne Haftung von Arbeitgebern, die das 2018 vom Gesetzgeber beschlossene Sozialpartnermodell anwenden soll, kommt später. Das bestätigt Talanx auf Anfrage. Die Finanzaufsicht Bafin habe noch nicht die nötige Unbedenklichkeitserklärung gegeben.

Damit müssen die rund 11.000 Beschäftigten des Versicherungskonzerns noch länger auf die erste betriebliche Altersvorsorge (bAV) ohne Arbeitgeberzusage von Renditen oder Kapitalgarantien warten. Das Finanzmagazin „Börse online“ hatte zuerst darüber berichtet. Ein Talanx-Sprecher rechnet zwar damit, dass die Freigabe der Bafin demnächst komme. Doch starten werde die neue Betriebsvorsorge dann erst nach dem Sommerferien wohl im September, sagt er.

Im Frühjahr hatten Talanx und die Gewerkschaft Verdi bereits erklärt, die Verhandlungen über eine bAV nach dem Sozialpartnermodell seien abgeschlossen und noch von der Bafin formal zu prüfen. Ab dem 1. Juli sollten diese neuen Vorsorgeverträge mit einer reinen Beitragszusage den Talanx-Mitarbeitern angeboten werden. Das von Talanx und Zurich gemeinsam unter dem Namen „Die Deutsche Betriebsrente“ angebotene Produkt sorgt für Aufmerksamkeit, ist es doch die erste bAV, die auf dem Sozialpartnermodell basiert.

Das Modell ist Kern des 2018 in Kraft getretenen Betriebsrentenstärkungsgesetzes. Es sieht vor, dass die Sozialpartner – Arbeitgeber und Gewerkschaften – sich über Tarifverträge bei einer bAV auf eine reine Beitragszusage einigen können. Die Arbeitgeber haften dabei nicht wie sonst üblich in der bAV für eine bestimmte Rendite, auch nicht für den Erhalt der eingezahlten Beiträge. Die Beiträge stammen aus einer Gehaltsumwandlung der Arbeitnehmer und einem gesetzlich vereinbarten Arbeitgeberzuschuss. Außerdem müssen die Arbeitgeber einen Sicherheitspuffer für das Kapital aufbauen. Dieses Modell ermöglicht, den Pensionsfonds beider Anbieter, das Kapital in diesem Produkt verstärkt in Aktien zu investieren, was angesichts dauerhaft niedriger Zinsniveaus höhere Renditechancen verspricht.

Die Bafin äußert sich nicht dazu. Da das konkrete Produkt aber von der Bafin noch nicht - wie benötigt - freigegeben sei, könne das Projekt nicht wie geplant starten, sagt der Talanx-Sprecher. Die Finanzaufsicht äußert sich nicht zu Einzelfällen. In Finanzkreisen heißt es, es seien noch Fragen ungeklärt.

Generell heißt es bei der Bafin, dass es sich bei der reinen Beitragszusage bzw. dem Sozialpartnermodell um eine neue Form der betrieblichen Altersversorgung handele, die „eine Vielzahl neuer Fragestellungen aufwirft“. Es liege in der Natur der Sache, dass mit der Implementierung eines neuen Vorsorgemodells gewisse Unwägbarkeiten verbunden sein könnten – zumal mit den Tarifvertragsparteien, dem Anbieter und der Aufsicht verschiedene Beteiligte eingebunden seien.

Mehr: Mit welchen Plänen die Parteien in Sachen Altersvorsorge im Wahlkampf punkten wollen

Startseite
0 Kommentare zu "Betriebliche Altersversorgung: Finanzaufsicht bremst Start erster neuartiger Betriebsvorsorge"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%