Versicherer-Aktien: Analysten sehen bei Allianz Aufholpotenzial – Ihr Favorit ist aber ein anderer europäischer Versicherer
Der Münchener Versicherungskonzern will Aktien im Wert von einer Milliarde Euro zurückkaufen.
Foto: dpaFrankfurt. Die Aktie des Münchener Versicherungsriesen Allianz ist in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen. Innerhalb eines Monats kletterte der Kurs des Papiers um ein Fünftel und übersprang wieder die Marke von 200 Euro. Glaubt man Berenberg-Analyst Michael Huttner, muss das noch nicht das Ende sein.
Nachdem der Dax-Konzern solide Quartalszahlen und neue Aktienrückkäufe verkündet hatte, erhöhte Huttner sein Kursziel von 267 Euro auf 271 Euro. Für ihn ist die Aktie noch immer „stark unterbewertet“ und damit ein Kauf.
Ein Grund für die niedrige Bewertung ist der Skandal um fehlgeschlagene Hedgefonds-Strategien der Tochter AGI in den USA. Im Oktober bezeichnete Huttner die Allianz im Konkurrenzvergleich daher nur als seine „zweitliebste“ Aktie. Nicht zuletzt deshalb kann es sich für Anleger lohnen, auch auf die europäischen Rivalen Axa und Zurich zu schauen.
Gleichwohl: Die Geschäfte bei der Allianz laufen ordentlich. Der Umsatz summierte sich in den ersten neun Monaten auf 116 Milliarden Euro. Operativ verdiente Europas größter Versicherer so viel wie noch nie in einem dritten Quartal. Im Gesamtjahr geht der Konzern nun von einem Betriebsergebnis in der oberen Hälfte der Zielspanne von 12,4 bis 14,4 Milliarden Euro aus.