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VersichererAllianz-Finanzchef Terzariol wechselt wohl zu Generali

Der Italiener soll bei Generali laut lokalen Medienberichten Chef des operativen Kerngeschäfts mit Versicherungen werden. Seine Nachfolge sei noch unklar.Christian Schnell 29.09.2023 - 15:54 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Laut Medienberichten verlässt Giulio Terzariol die Allianz.

Foto: imago/Sven Simon

München. Bei der Allianz steht in der ersten Oktoberwoche eine Reihe wichtiger Personalentscheidungen an. Wie am Freitag bekannt wurde, kommt es bei der Aufsichtsratssitzung in den nächsten Tagen neben der seit Langem geplanten Verlängerung der Verträge von Vorstandschef Oliver Bäte und Vorstand Andreas Wimmer nun wohl zu einer weiteren wichtigen Personalentscheidung.

Das zwölfköpfige Gremium muss dann offenbar auch über einen neuen Finanzchef entscheiden: Giulio Terzariol, seit 2018 Chief Financial Officer (CFO) der Allianz, soll zum Wettbewerber Generali wechseln. Das berichteten mehrere italienische Tageszeitungen. Weder die Allianz noch Generali wollten sich dazu äußern.

Terzariol ist seit fast sechs Jahren auf dieser Position und hat den Konzern durch eine Vielzahl schwerer Krisen gelenkt. Trotz der Coronapandemie, der Marktverwerfungen durch den Ukrainekrieg und trotz der Herausforderungen durch die hohe Inflation gelang es dem 51-jährigen Italiener, Jahr für Jahr für die Allianz einen zweistelligen Milliardengewinn zu erwirtschaften.

Innerhalb der Allianz, für die er seit 1998 auf unterschiedlichen Positionen tätig ist, galt er in dieser Zeit als strenger Mahner, der besonders in Problembereichen die Fehler sehr direkt und deutlich ansprach.

Bei Generali, für die Terzariol bereits zu Beginn seiner Karriere zwei Jahre gearbeitet hatte, soll er Chef des operativen Kerngeschäfts mit Versicherungen werden. Dabei sei er direkt unter Vorstandschef Philippe Donnet angesiedelt, berichten „La Stampa“ und „La Repubblica“ am Freitag. Sein Wechsel könne schon in wenigen Tagen öffentlich werden.

Bei sensiblen Posten oft interne Nachfolge

Wer Terzariols Nachfolge bei der Allianz antreten soll, ist noch nicht bekannt. Auch eine Nachfolgerin sei denkbar, hieß es im Umfeld des Unternehmens. Der neunköpfige Vorstand der Allianz ist bisher mit drei weiblichen Mitgliedern besetzt.

Offen ist auch, ob eine interne oder externe Nachfolge für Terzariol gesucht wird. In der Vergangenheit ging die Tendenz bei der Allianz gerade bei besonders sensiblen Positionen, wie es der Finanzvorstand ist, zu internen Lösungen.

Daneben steht bei der Allianz die Vertragsverlängerung für Vorstandschef Bäte an. Schon seit einigen Wochen zeichnet sich ab, dass der 58-Jährige die Allianz für mindestens drei weitere Jahre führen wird. Bei einer Verlängerung seines bis September 2024 laufenden Kontraktes um weitere drei Jahre bis 2027 hätte Bäte die Altersgrenze der Allianz erreicht, die für Vorstände mit dem 62. Lebensjahr beginnt.

Seit Wochen zeichnet sich bereits ab, dass Oliver Bäte die Allianz auch über 2024 hinaus führen wird.

Foto: dpa

Nachdem der Allianz-Chef noch im vergangenen Jahr wegen Milliardenverlusten durch hochspekulative Hedgefonds mit dem Namen Structured Alpha in den USA unter Druck der Investoren stand, hat sich sein Ansehen mit der teuren, aber raschen Aufarbeitung des Skandals gewandelt. Zuletzt begrüßten etliche Großanleger offen einen neuen Kontrakt für Bäte.

Ebenfalls zur Verlängerung steht der Vertrag von Andreas Wimmer an, der im Vorstand für die beiden Vermögensverwalter Allianz Global Investors (AGI) und Pimco sowie für das Lebensversicherungsgeschäft in den USA verantwortlich ist. Der 49-jährige Niederbayer gehört dem Vorstand seit zwei Jahren an und soll in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen der Vermögensverwaltung und dem Lebensversicherungsgeschäft weiter ausbauen.

Aufsichtsrat setzt auf Kontinuität

Mit den erwarteten Personalentscheidungen setzt Allianz-Aufsichtsratschef Michael Diekmann in den Jahren bis in die zweite Hälfte der zwanziger Jahre auf Kontinuität. Schon im Sommer wurden die Verträge der beiden Vorstandsmitglieder Barbara Karuth-Zelle und Christopher Townsend bis 2028 verlängert. Zudem wurde das Vorstandsgremium nach dem Ausscheiden des Spaniers Ivan de la Sota zum Jahreswechsel von zehn auf neun Personen verkleinert.

Bei der Allianz tritt in der nächsten Woche laut Insidern der Aufsichtsrat zusammen, unter anderem um die Vertragsverlängerung von Vorstandschef Oliver Bäte zu diskutieren.

Foto: dpa
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Allianz-Chef Bäte plant nach seiner Vertragsverlängerung in den kommenden Jahren vor allem auf Vertriebsebene einen Strategiewechsel. Ausgangspunkt ist, dass sich der hohe Bekanntheitsgrad der Marke und der ebenfalls große Kundenzuspruch aus Sicht der Führungsebene zu wenig in Versicherungsabschlüssen bemerkbar macht. Die Allianz-Berater sollen künftig auch erste Ansprechpartner des Kunden bei Verbraucherfragen neben dem angestammten Geschäft sein, beispielsweise bei Patientenverfügungen oder Fragen zum günstigsten Stromtarif, so die Vorstellung. Im Konzern spricht man derzeit in Anlehnung an die Glasfaserversorgung viel von der sogenannten letzten Meile, die die Allianz noch gewinnen müsse.

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