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VersicherungAllianz überwindet Hedgefondsskandal in den USA frühzeitig

Der Versicherer darf nun wieder das Fondsgeschäft in den USA aufnehmen – sieben Jahre früher als erwartet. Wie geht es jetzt weiter mit dem Asset-Management des Konzerns?Tami Holderried, Susanne Schier 17.07.2025 - 08:09 Uhr Artikel anhören
Oliver Bäte: Der Allianz-Chef zeigte sich erleichtert über die Entscheidung der Börsenaufsicht SEC. Foto: Allianz

München. Der Versicherungskonzern Allianz lässt den Skandal um irreführende Hedgefondsstrategien in den USA endgültig hinter sich. Die US-Börsenaufsicht SEC habe alle Beschränkungen aufgehoben, sagte Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte am Dienstagabend: „Wir können die Vermögensverwaltung in den USA wieder aufnehmen – sieben Jahre früher als gedacht.“

Die Beschränkungen waren der Allianz im Zuge der Aufarbeitung des Skandals bei ihrer US-Fondstochter Allianz Global Investors (AGI US) im Mai 2022 auferlegt worden. Ursprünglich hätte das Verbot, Geschäfte mit US-Investmentfonds zu betreiben, zehn Jahre lang gegolten.

Als Konsequenz aus dem Skandal hatte die Allianz die AGI US, für die die Strafen galten, als rechtliche Einheit aufgelöst. Daraufhin habe die Allianz nun von der SEC die Bestätigung erhalten, dass alle verbleibenden Beschränkungen für die Allianz und für mit ihr verbundene Unternehmen nicht mehr gelten. Dies schließe auch die Möglichkeit ein, Beratungsleistungen zu in den USA registrierten Investmentfonds anzubieten, so der Versicherer in einer Stellungnahme.

Im Mittelpunkt des Skandals standen AGI-Fonds, die unter dem Namen „Structured Alpha“ bekannt waren. Damit hatten US-Pensionsfonds und andere Investoren in der Coronakrise Milliardensummen verloren. Zunächst ging man von Fehlspekulationen aus, später musste AGI US einräumen, dass die Fonds von Mitarbeitenden gezielt manipuliert worden waren.

AGI-Hauptverwaltung in Frankfurt: Allianz-Chef Bäte ist zufrieden mit den Margen des Asset-Managers. Foto: imago/Ralph Peters

Im Zuge des Schuldeingeständnisses kam es im Mai 2022 zu einem Vergleich mit den US-Behörden. Dieser beinhaltete Straf- und Entschädigungszahlungen von rund sechs Milliarden Dollar. Zudem wurde AGI US vom US-Markt disqualifiziert. Das Unternehmen erhielt damit ein zehnjähriges Verbot, Geschäfte mit US-Investmentfonds zu betreiben. Daraufhin verkaufte die Allianz das Fondsgeschäft von AGI US an Voya Investment Managers und löste AGI US im Juni 2024 auf.

Dadurch hat der Allianz-Konzern nun keine Verbindung mehr zu einem Unternehmen, das einer Disqualifizierung unterliegt. Das sieht auch die SEC so: Aus einem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, geht hervor, dass die Kanzlei Sullivan & Cromwell im Auftrag der Allianz Anfang 2025 Gespräche mit der SEC aufnahm.

Dabei wollte man Klarheit über die Befreiung von den regulatorischen Beschränkungen erhalten. Die SEC bestätigte daraufhin am 8. Juli, dass die Allianz-Unternehmen nicht mehr disqualifiziert sind und damit der Weg frei ist, künftig Dienstleistungen für in den USA registrierte Fonds erbringen zu können.

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In dem Schreiben an die Allianz formulierte Marc Mehrespand, amtierender stellvertretender Chefjustiziar der Abteilung für Vermögensverwaltung: „Wir verstehen, dass Ihr Mandant auf der in Ihrem Schreiben beschriebenen Grundlage vorgehen wird. Wir erheben keinen Einspruch und haben keine weiteren Fragen.“

Für Bäte ist das Ende des Skandals eine große Erleichterung. Er hatte einen Schatten auf seine ansonsten starke Bilanz geworfen – operativ hat der Konzern in den vergangenen Jahren Rekordergebnisse eingefahren. An den Finanzmärkten war die zügige und konsequente Aufarbeitung durch das Management honoriert worden.

Gespräche über Zusammenschluss mit Amundi

Wie es im Asset Management nun weitergeht, ließ Bäte am Dienstagabend offen. Der Druck zur Konsolidierung sei in der Branche weiterhin hoch, aber „nicht bei uns“, betonte Bäte. Verhandlungen über einen Zusammenschluss von AGI mit dem größeren Konkurrenten Amundi führten Ende des vergangenen Jahres zu keinem Ergebnis. Ob es einen neuen Anlauf geben wird, ließ Bäte offen.

Der Allianz-CEO zeigte sich aber zufrieden mit dem Asset-Manager. AGI liefere hohe Margen. Vor allem das Geschäft mit illiquiden Anlageklassen habe man ausgebaut. Bäte hob zudem erneut die immer engere Verzahnung der Vermögensverwaltung mit dem Lebensversicherungsgeschäft hervor. In Altersvorsorgelösungen sieht er für die nächsten Jahre erhebliche Wachstumschancen.

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Erstpublikation: 16.07.2025, 13:07 Uhr.

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