Vorsorge: Allianz will Lebensversicherung mit Kurzlaufzeiten attraktiver machen
Die Allianz ist der erste große Versicherer, der nun mit verkürzten Laufzeiten auf Geldabflüsse reagiert.
Foto: ReutersIm Wettbewerb mit den Banken um Spargelder lockt Deutschlands größter Lebensversicherer Allianz Kunden mit deutlich geringeren Mindestlaufzeiten für seine Policen. Wer seit Juli eine Lebensversicherung der wichtigsten Produktlinie „Perspektive“ abgeschlossen und einen Einmalbeitrag gezahlt hat, kann nach zwei statt nach fünf Jahren eine Rente beziehen oder sich das verzinste Kapital auszahlen lassen, wie Allianz Leben am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.
Bei den kapitalmarktnahen Produktlinien sinkt die Mindestlaufzeit auf fünf von zehn Jahren. Gewöhnliche Lebensversicherungen werden auf mindestens zwölf Jahre abgeschlossen.
Bei den Lebensversicherern ist das Geschäft mit Policen eingebrochen, in die die Kunden sofort einen größeren Betrag einzahlen statt sie monatlich anzusparen. Der Branchenverband GDV bezifferte das Minus im vergangenen Jahr auf 18 Prozent. In der Niedrigzins-Phase waren solche Einmalbeitrags-Policen als Kapitalanlage beliebt, weil sie zumeist eine höhere Rendite versprachen als festverzinsliche Anlagen bei Banken. Doch mit steigenden Zinsen wenden sich viele Kunden wieder den Banken zu.
Die Allianz ist der erste große Versicherer, der darauf nun mit verkürzten Laufzeiten reagiert. Sie setzt oft den Trend für die Branche. Allianz-Leben-Produktvorstand Volker Priebe begründete die Neuerung mit der Möglichkeit für ältere Kunden, ihre Altersvorsorge kurz vor der Rente aufzustocken.
Der Anteil der 56- bis 60-Jährigen beim Abschluss von Lebensversicherungen ist bei Allianz Leben seit 2012 um 60 Prozent gestiegen, wie die Versicherer errechnet hat. Für „Perspektive“ verspricht er in den ersten fünf Jahren eine Verzinsung von 2,7 Prozent. Im Herbst hatte die Allianz schon die Verzinsung von Verträgen mit kürzeren Laufzeiten erhöht.
Erstpublikation: 20. Juli 2023, 13:19