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Deutsche BundesbankNagel: Bin nicht wegen SPD-Parteibuch Bundesbank-Präsident

Bundesbank-Präsident Nagel hat sich Fragen von jungen Bürgern gestellt. Dabei plauderte er aus dem Nähkästchen – und auch über sein Parteibuch. 13.05.2022 - 19:29 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Nagel steht als Nachfolger von Jens Weidmann seit Anfang des Jahres an der Spitze der Deutschen Bundesbank.

Foto: dpa

Berlin. Laut Bundesbank-Präsident Joachim Nagel war sein Berufsprofil und nicht das Parteibuch ausschlaggebend für seinen Posten. Bei einer Frage- und Antwortrunde mit jungen Bürgern auf sein SPD-Parteibuch angesprochen, sagte er am Freitag: „Ich bin Bundesbank-Eigengewächs, ich habe das Bundesbankgeschäft gelernt – von der Pike auf.“

Er könne viel mehr vorweisen als ein Parteibuch: „Als Bundesbankpräsident bin ich jetzt nicht hier, weil ich Sozialdemokrat bin.“ Nagel steht als Nachfolger von Jens Weidmann seit Anfang des Jahres an der Spitze der Deutschen Bundesbank. Er erklärte, dass ihn der vorzeitige Rückzug Weidmanns überrascht und er eigentlich nicht gedacht habe, dass die Wahl auf ihn fallen würde.

Nagel plauderte auf der Townhall-Veranstaltung, bei der er von jungen Fragestellern ausdrücklich geduzt werden durfte, aus dem Nähkästchen: Den ersten Anruf im Zusammenhang mit seiner Nominierung habe er voriges Jahr von Christian Lindner (FDP) erhalten, zu einem Zeitpunkt als der noch nicht Finanzminister war. „Also ist es dann doch wichtig, dass man den einen oder anderen Kontakt hat, obwohl wir uns vorher nicht kannten“, räumte der Ökonom ein.

Auch das entscheidende Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Dezember 2021 sei ihm noch sehr gut in Erinnerung: „Ich bin danach – das kann man so sagen – mit nass geschwitztem Hemd da rausgegangen aus dem Gespräch.“ Er habe sich gedacht: Es lief aber „eher semi“. Doch eine SMS Lindners habe dann für Klarheit gesorgt, dass er den Posten erhalten würde.

„Manchmal kneift man sich selbst“

Der Bundesbankchef räumte zugleich ein, dass er nach wenigen Monaten im Amt noch nicht so richtig angekommen sei: „Manchmal kneift man sich selbst.“ Sein Job an der Spitze der Bundesbank galt als Rückkehr zu seinen Wurzeln, da er vor anderen Stationen seiner beruflichen Laufbahn insgesamt 17 Jahre bei der Bundesbank tätig gewesen war.

Der promovierte Volkswirt saß dabei insgesamt sechs Jahre im Vorstand. 2017 wechselte der Karlsruher zur Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und im Jahr 2020 zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), bevor er nun 2022 wieder zur deutschen Zentralbank zurückkehrte.

Nagel sprach auch über eine mögliche Straffung der Geldpolitik. „Es gibt ja schon viele Stimmen – ich gehöre auch dazu – die dann sagen würden, dass man im Juli schon den ersten Zinsschritt machen könnte“. Nagel hat jüngst bereits signalisiert, dass negative Zinsen im Euroraum „relativ bald“ Geschichte sein dürften.

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Nagel betonte, die Bundesbank habe immer wieder deutlich darauf verwiesen, dass es am Immobilienmarkt in Deutschland zu „einer Unwucht“ kommen könne und es Anzeichen einer Überhitzung gebe: „Ich denke die Zinsentwicklung wird auch dazu beitragen, dass vielleicht an der einen oder anderen Stelle die Preisentwicklung so nicht mehr ist, wie sie in den letzten zehn Jahren zu beobachten war. Ich denke, das hilft auch an der Stelle sehr, Überhitzungstendenzen einzudämmen.“

rtr
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