EZB: Nächste Zinssenkung – Ungeahnte Euro-Stärke wird zum Faktor
Frankfurt. Es ist die sechste Zinssenkung in Serie – und wahrscheinlich nicht die letzte: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Einlagenzins für Banken abermals um einen Viertelprozentpunkt auf 2,25 Prozent gesenkt. In der Folge dürften die Spar- und Kreditzinsen im Euro-Raum weiter sinken.
Mit der insgesamt siebten Zinssenkung seit Juni 2024 – zwischendurch gab es eine kurze Pause – beugt sich die EZB dem Druck der Märkte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde gab zu verstehen, dass die starke Aufwertung des Euros dabei zu einem Faktor geworden ist.
Seit Jahresbeginn hat der Euro zum Dollar knapp zehn Prozent an Wert gewonnen. Der aktuelle Wechselkurs nahe 1,14 Dollar ist der höchste seit drei Jahren. Der EZB-Rat habe dies aufgrund des schieren Ausmaßes in seine Überlegungen einbezogen, sagte Lagarde.
Das Entscheidungsgremium beließ es folgerichtig nicht bei der üblichen Formel, dass die EZB kein Wechselkursziel verfolgt. Vielmehr könnten der jüngste Energiepreissturz und die ungeahnte Euro-Stärke „die Inflation weiter nach unten drücken“, heißt es neuerdings in der Begründung zum Zinsbeschluss.