EZB und Fed: Die Inflation heizt die Debatte um die Politik der Notenbanken an
Die EZB hat ihre Strategie angepasst, das hat Auswirkungen auf den geldpolitischen Ausblick.
Foto: dpaFrankfurt, Denver. Auf ihrer Pressekonferenz am Donnerstag bekam EZB-Präsidentin Christine Lagarde in verschiedenen Varianten immer wieder dieselbe Frage gestellt: Wann wird sich die EZB mit dem Ausstieg aus ihrem Anleihekaufprogramm in der Corona-Pandemie befassen? Darauf antwortete sie stets, dass es dafür noch zu früh sei.
Hintergrund für die Frage ist vor allem die deutlich gestiegene Inflation im Euro-Raum, die im Mai 2,0 Prozent erreichte. Auch die Notenbank selbst erhöht ihre Inflationsprognosen. Für dieses Jahr hob sie die Vorhersage von 1,5 auf 1,9 Prozent an. Für 2022 auf 1,5 Prozent. Für 2023 erwartet sie weiterhin 1,4 Prozent.
Damit liegen die Werte zwar noch unter dem Inflationsziel der Notenbank von zwei Prozent, aber die Erhöhung dürfte dennoch die Debatte weiter anheizen. Durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen ist die Unsicherheit über die künftige Preisentwicklung so groß wie lange nicht.
Lagarde betonte einmal mehr, dass der Anstieg vor allem auf vorübergehende Effekte zurückzuführen sei. Diese Einschätzung teilen die meisten Experten – zumindest für Europa. In den USA warnen inzwischen aber prominente Ökonomen vor einer Überhitzung der Wirtschaft.