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Geldpolitik Auf diese drei Punkte kommt es bei der Fed-Sitzung heute an

Mit Spannung erwarten Investoren das Treffen der US-Notenbanker. Sie könnten den Märkten klarer signalisieren, wie lange sie Anleihen kaufen wollen.
16.12.2020 - 04:10 Uhr Kommentieren
Auf der Sitzung am Mittwoch könnte die Notenbank den Märkten eine deutlichere Orientierung geben, wie lange die Anleihekäufe weiterlaufen sollen. Quelle: Reuters
Fed-Chef Jerome Powell

Auf der Sitzung am Mittwoch könnte die Notenbank den Märkten eine deutlichere Orientierung geben, wie lange die Anleihekäufe weiterlaufen sollen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits in der vergangenen Woche ihre Geldpolitik gelockert. Diese Woche richten sich die Blicke der Investoren auf die US-Notenbank Fed. Auch sie könnte die Geldpolitik weiter lockern, allerdings ist dies im Vorfeld weit weniger sicher als im Fall der EZB.

Die Gemengelage in den USA ist anders als in Europa. Seit Monaten ringen dort Regierung und Kongress um ein neues Konjunkturpaket mit Nothilfen für die Wirtschaft. Zuletzt zeichnete sich Bewegung ab, weshalb einiges dafür spricht, dass die Fed zunächst die Ergebnisse abwartet, bevor sie über weitere Schritte entscheidet.

Allerdings gibt es auch Argumente, schon jetzt zu handeln. So sind die jüngsten Zahlen zum Arbeitsmarkt schlecht ausgefallen. Das wichtigste Instrument der Fed zur Stützung der Wirtschaft sind ihre massiven Anleihekäufe in Höhe von derzeit 120 Milliarden Dollar pro Monat.

Neben möglichen Anpassungen bei diesen Käufen hat die Fed im Vorfeld der Sitzung auch angedeutet, dass sie den Märkten bald eine deutlichere Orientierung geben will, wie lange die Anleihekäufe noch laufen sollen. Zudem veröffentlicht sie neue Prognosen zur Zinsentwicklung und zu Wachstum und Inflation.

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    Auf folgende drei Themen kommt es an:

    1. Passt die Fed ihre Anleihekäufe an?

    Investoren erhoffen sich von der Fed-Sitzung vor allem einen zusätzlichen Stimulus für die Wirtschaft. Die Fed könnte ihre Käufe noch stärker ausweiten. Die Protokolle der Fed-Sitzung im November legen jedoch nahe, dass sie im Fall der Fälle eher eine andere Variante bevorzugt. Als präferierte Option gilt, die Käufe so umzustellen, dass sie mehr Papiere mit längeren Laufzeiten kauft.

    Damit würde die Fed stärker die langfristigen Zinsen beeinflussen, die zum Beispiel wichtig für Investitionen sind. Dies hat wirtschaftlich in der Regel einen stärkeren Effekt, als wenn sie Papiere mit kürzeren Laufzeiten kauft, die stärker die kurzfristigen Zinsen beeinflussen.

    Michael Feroli von JP Morgan erwartet, dass die Fed handeln wird, und hält eine Anpassung der Laufzeiten der gekauften Papiere für den einfachsten Weg. Er verweist darauf, dass die Beschäftigtenzahl in den USA seit Februar um fast zehn Millionen abgenommen hat.

    Angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen erwartet er auch im Winter eine sehr angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Anders als die EZB verfolgt die Fed explizit ein Beschäftigungsziel. Feroli argumentiert, dass die Fed dieses Ziel weiter verfehlen wird und die Mittel hat, um gegenzusteuern.

    Andere Ökonomen sind allerdings skeptischer. Aus Sicht von Ebrahim Rahbari von der Citigroup wäre es eher eine Überraschung, wenn die Fed ihr Anleihekaufprogramm anpasst und mehr langfristige Papiere kauft. Ähnlich argumentiert Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Für das neuerliche Anschieben der konjunkturellen Erholung setzt man bei der US-Notenbank auf die Finanzpolitik“, sagt er.

    2. Wie lange sollen die Käufe noch laufen?

    Weitgehend einig sind sich Ökonomen dagegen in der Erwartung, dass die Fed den Märkten eine deutlichere Orientierung gibt, wie lange ihre Anleihekäufe weiterlaufen sollen. In den Protokollen der Fed-Sitzung im November hatte sie eine solche bessere Orientierung bereits angedeutet.

    Bei dieser im Fachjargon Forward Guidance genannten Praxis geht es darum, die Erwartungen der Märkte zu steuern. Um böse Überraschungen an den Märkten zu vermeiden, geht es darum, sie frühzeitig an den Gedanken zu gewöhnen, dass die Käufe nicht unbegrenzt weitergehen.

    Die Fed könnte dafür die Käufe stärker an das Erreichen bestimmter wirtschaftlicher Kriterien knüpfen. Die Schwierigkeit dabei besteht darin, den Märkten einerseits Orientierung zu geben, sich aber andererseits genug Flexibilität zu bewahren, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können.

    JP-Morgan-Ökonom Michael Feroli hält es für möglich, dass die Fed die Dauer der Käufe stärker daran knüpft, wie sich die Gesundheitskrise entwickelt. Sie könnte beispielsweise klarstellen, dass die Käufe bis deutlich nach Ende der Corona-Pandemie fortgesetzt werden. Ebrahim Rahbari rechnet damit, dass die Fed ihre Käufe so lange fortsetzen will, bis signifikante Fortschritte hinsichtlich des Beschäftigungsniveaus und der Inflation erreicht sind.

    3. Wie fallen die Prognosen zur Zinsentwicklung aus?

    Die Fed veröffentlicht außerdem neue Prognosen zu Inflation und Wachstum. Rahbari erwartet, dass diese eher nach oben korrigiert werden. Zudem wird auch der sogenannte Dot Plot veröffentlicht, der anonymisiert zeigt, welche Zinsentwicklung die Entscheider der Notenbank bis 2023 erwarten.

    JP-Morgan-Ökonom Feroli geht davon aus, dass einige Fed-Mitglieder durchaus eine Zinserhöhung vor Ende 2023 signalisieren könnten, dass aber die Mehrheit weiterhin davon ausgeht, dass die Zinsen in den kommenden drei Jahren auf dem aktuellen Niveau nahe null Prozent bleiben.

    Mehr: EZB im Kaufrausch – Lagarde erhöht Anleihekäufe um 500 Milliarden Euro.

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