Geldpolitik: Höhere Inflation in den USA dämpft Erwartungen an Zinsen
Frankfurt. Ein unerwartet starker Anstieg der Verbraucherpreise in den USA trübt die Aussichten auf baldige Zinssenkungen. Die Inflationsrate ist laut US-Arbeitsministerium im Dezember auf 3,4 Prozent gestiegen.
Anleger zeigen sich verunsichert: Der Deutsche Leitindex (Dax) rutschte kurz nach Bekanntgabe der Zahlen ins Minus. Auch an der Wall Street reagierten die Investoren mit Verkäufen. Die wichtigsten Indizes lagen im frühen Handel bis zu 0,6 Prozent im Minus.
Experten hatten eine Inflationsrate von 3,2 Prozent prognostiziert. Im November hatte die Teuerung noch bei 3,1 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat beträgt das Preisplus 0,3 Prozent, hier lag die Erwartung bei 0,2 Prozent.
Trotz des unerwartet starken Anstiegs werden die Zinsen im weltgrößten Währungsraum im neuen Jahr absehbar sinken. Schon bei der vergangenen Sitzung der Fed Mitte Dezember waren nahezu alle Währungshüter der Ansicht, dass ein geringeres Zinsniveau bis Ende 2024 angemessen sei. Zinssenkungen in diesem Jahr gelten daher als ausgemachte Sache.
Zeitpunkt und Ausmaß sind allerdings offen. Das sorgt für kontroverse Diskussionen. Klar scheint nur: In der derzeitigen Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent hat der Leitzins in den USA aller Voraussicht nach seinen Höhepunkt erreicht. Gleiches gilt für die Euro-Zone mit 4,5 Prozent.