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GeldpolitikPowell dämpft Erwartungen an sinkende Zinsen

Der Fed-Chef sieht die Risiken der Geldpolitik besser ausbalanciert. Er stellt sich aber den Spekulationen auf eine erste Zinssenkung erneut entgegen. 01.12.2023 - 18:09 Uhr

Atlanta. US-Notenbankchef Jerome Powell hat vor der letzten Zinssitzung im Jahr eine weitere Pause signalisiert. In der Abwägung seien die Risiken, geldpolitisch zu viel oder zu wenig zu tun, besser ausbalanciert, sagte der Fed-Chef am Freitag in einer Rede in Atlanta. Angesichts der im Kampf gegen die Inflation so schnell erreichten Fortschritte könne sich die Zentralbank nun „vorsichtig“ vortasten.

Allerdings dämpfte Powell zugleich die Erwartungen, dass die Zinsen bald sinken könnten. Es wäre verfrüht, die Geldpolitik als hinreichend restriktiv zu bezeichnen oder sogar auf Zinssenkungen zu spekulieren, so der Notenbanker. „Wir sind bereit, unsere Politik weiter zu verschärfen, wenn es angebracht erscheint.“ Ähnlich hatte sich Powell bereits in den vergangenen Wochen geäußert.

Der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss der Fed hat die Zinsen bereits auf zwei Sitzungen in Folge nicht angetastet. Die Währungshüter hielten den geldpolitischen Schlüsselsatz im November in der Bandbreite von 5,25 bis 5,50 Prozent und hielten sich die Option einer künftigen Erhöhung zugleich offen.

An den Terminmärkten wird allerdings damit gerechnet, dass es nicht mehr dazu kommt und der Leitzins auch Mitte Dezember nicht angetastet wird. Im Gegenteil: Investoren preisen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erste Zinssenkung im ersten Halbjahr 2024 ein.

Powell bekräftigte, dass die Zinsentscheidungen der Notenbanker nicht vorherbestimmt seien, sondern dass auf jeder Sitzung auf Grundlage der wirtschaftlichen Daten entschieden werde. Die Bemerkungen Powells kamen nur wenige Stunden vor Beginn der üblichen Schweigephase von etwa eineinhalb Wochen vor einer Fed-Zinssitzung. Die US-Währungshüter treffen ihre nächste Zinsentscheidung Mitte Dezember.

Für einen abwartenden Kurs spricht, dass der Preisauftrieb in den USA nachgelassen hat. Die Inflationsrate sank im Oktober auf 3,2 Prozent, nach 3,7 Prozent im September. Die Zentralbank strebt einen Wert von zwei Prozent an, der für die Wirtschaftsentwicklung als ideal gilt.

Fed-Direktor Christopher Waller hatte jüngst bereits eine Diskussion über eine mögliche Zinssenkung im nächsten Jahr losgetreten. Es gibt aus seiner Sicht gute ökonomische Argumente für eine geldpolitische Lockerung, falls die Inflation noch weitere Monate zurückgehen sollte.

rtr, dpa
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