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InflationInflationsmaß der Fed steigt auf höchstes Niveau seit Februar

Die Zentralbank will die Inflation mithilfe hoher Zinsen eigentlich auf zwei Prozent drücken. Eine andere Entwicklung scheint die Banker derzeit allerdings mehr zu beschäftigen.Felix Stippler, Laurin Meyer 29.08.2025 - 14:34 Uhr Artikel anhören
Federal Reserve: Die Zentralbank will die Inflation mithilfe hoher Zinsen eigentlich auf zwei Prozent drücken. Foto: Reuters

Düsseldorf, New York. Die Lage der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und ihres Chefs Jerome Powell wird zunehmend kompliziert. Der Preisdruck in den USA verharrt auf hohem Niveau – der Arbeitsmarkt hingegen bleibt schwach.

Die anhand des PCE-Index ermittelte Inflation in den USA hat im Juli bei 2,6 Prozent auf Jahressicht gelegen. Dies geht aus am Freitag veröffentlichten Daten des US-Handelsministeriums hervor. Der PCE-Index ist der wichtigste Indikator der Fed, um die Inflation zu bestimmen.

Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel aus dem Index ausgeklammert werden, nahm erneut zu und lag im Juli bei 2,9 Prozent – ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Juni. Das ist der höchste Wert seit Februar dieses Jahres.

Wegen der nicht berücksichtigten volatilen Preise gilt die Kerninflation als guter Indikator für den Inflationstrend. Dass dieser nun wieder zulegt, macht die Situation der US-Geldpolitiker schwieriger.

Fokus liegt auf Arbeitsmarkt

Die Inflation will die Zentralbank mithilfe hoher Zinsen einerseits auf den Zielwert von zwei Prozent drücken. Andererseits hat die Fed aber – anders als die Europäische Zentralbank (EZB) – ein duales Mandat. Sie muss gleichzeitig der Vollbeschäftigung am US-Arbeitsmarkt dienen.

Derzeit scheint zumindest die Situation am Arbeitsmarkt die Geldpolitiker mehr zu beschäftigen. Im Juli wurden deutlich weniger Jobs geschaffen, als zuvor erwartet. Auch ist die Zahl der neu geschaffenen Stellen aus den Vormonaten deutlich nach unten korrigiert worden.

Fed-Chef Powell stellte in der vergangenen Woche auf dem wichtigen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole deshalb die lang erhoffte Zinssenkung im September in Aussicht. Schon zu Beginn seiner Rede ging Powell auf den Arbeitsmarkt ein.

Fed-Gouverneur Christopher Waller bekräftigte in einer Rede vom Donnerstag seine Unterstützung für eine Zinssenkung im September. Waller würde demnach sogar einen größeren Zinsschritt erwägen, wenn sich die Arbeitsmarktdaten weiter abschwächen.

Analysten deuten das als ein wichtiges Zeichen, dass das Thema Priorität bei der Geldpolitik hat, betonen aber gleichzeitig das Spannungsfeld der Notenbank. „Die Fed hat die Tür für Zinssenkungen geöffnet, aber das Ausmaß dieser Öffnung wird davon abhängen, ob die Schwäche des Arbeitsmarktes weiterhin ein größeres Risiko darstellt als die steigende Inflation“, sagte Ellen Zentner, Chef-Wirtschaftsstrategin bei Morgan Stanley Wealth Management, dem US-Sender „CNBC“.

Arbeitslosenquote auf niedrigem Niveau

Weil die aktuellen Inflationsdaten den Erwartungen entsprechen, liege der Fokus weiterhin auf dem Arbeitsmarkt. „Derzeit spricht noch immer alles für eine Zinssenkung im September“, sagte Zentner.

Mit 4,2 Prozent liegt die Arbeitslosenquote zwar auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Allerdings gebe es eine „ungewöhnliche Form des Gleichgewichts“, erklärte Fed-Chef Powell zuletzt. „Wir sehen eine spürbare Abschwächung des Arbeitsangebots und der Arbeitsnachfrage.“ Unternehmen würden also nicht nur weniger einstellen. Auch sind weniger Menschen auf Jobsuche. Der Notenbank-Chef sieht darin mögliche „Abwärtsrisiken“.

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An den Kapitalmärkten wurde das als Bekenntnis zu einer baldigen Zinssenkung gewertet. Vor Bekanntgabe der PCE-Daten preisten Investoren die Wahrscheinlichkeit einer Senkung um 25 Basispunkte im September mit 85 Prozent ein.

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