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US-Finanzministerin Janet Yellen: Höhere Leitzinsen wären gut für die USA

Die ehemalige Zentralbankchefin der USA hat sich wohlwollend zu höheren Zinsen geäußert. Zinsen auf Normalniveau seien „keine schlechte Sache“.
07.06.2021 Update: 07.06.2021 - 10:38 Uhr 1 Kommentar
Die frühere Fed-Chefin führt jetzt das US-Finanzministerium. Quelle: Reuters
Janet Yellen

Die frühere Fed-Chefin führt jetzt das US-Finanzministerium.

(Foto: Reuters)

Washington, Frankfurt Etwas höhere Leitzinsen wären nach Ansicht der amerikanischen Finanzministerin Janet Yellen vorteilhaft für die USA. Das billionenschwere Ausgabenprogramm von US-Präsident Joe Biden wäre gut für die USA, auch wenn es zu einer höheren Inflation und zu höheren Zinsen beitragen würde, sagte Yellen der Agentur Bloomberg am Sonntag.

„Wir haben gegen die Inflation, die zu niedrig ist, und Zinsen, die derzeit zu niedrig sind, seit einer Dekade gekämpft“, ergänzte Yellen. Wenn die Zinsen wieder ein normales Niveau erreichen würden, wäre das „keine schlechte Sache“.

Yellen hatte auf einer Konferenz der G7-Länder in London zuvor auch gefordert, die wirtschaftliche Erholung durch Staatsausgaben weiter zu unterstützen. „Die meisten Länder haben fiskalischen Spielraum und können so die Erholung der Wirtschaft fördern und den langfristigen Herausforderungen des Klimawandels und eines inklusiven und nachhaltigen Wachstums begegnen“, sagte sie, „wir fordern sie auf, es auch zu tun.“

Yellen hatte Anfang Mai schon einmal angedeutet, dass höhere Zinsen nötig sein könnten, um eine Überhitzung der Konjunktur zu vermeiden. Dabei sind die Kapitalmarktzinsen gemeint, auf die die US-Notenbank (Fed) Einfluss über ihre Anleihekäufe hat, es geht zunächst nicht um den offiziellen Leitzins.

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    Die Inflationsdebatte hat sich in den letzten Monaten verschärft. Yellen gehört zu denen, die die aktuellen Preissteigerungen in vorübergehenden Anomalien begründet sehen, so in Engpässen in der Lieferkette und dem Ausgabenanstieg im Rahmen der Wiedereröffnung der Volkswirtschaften.

    Kritiker befürchten indessen, dass die Billionen an Staatshilfen eine dauerhafte Teuerung bewirken könnten. US-Ökonom Larry Summers hat davor gewarnt, dass zu hohe Ausgaben der US-Regierung den Konsum antreiben und damit zu einer Überhitzung führen könnten. Mohamed El-Erian, Chefberater der Allianz, befürchtet, die Fed verlasse sich zu sehr darauf, dass Inflation nur vorübergehend anziehe.

    Letztlich steckt bei den Kritikern die Sorge dahinter, die Inflationserwartungen der Amerikaner könnten den Halt verlieren und die Fed zu einer scharfen Kehrtwende, weg von ihrer leichten Geldpolitik, zwingen. Solche Szenarien mündeten in der Vergangenheit meist in einer Rezession.

    Biden will der US-Wirtschaft mit einem billionenschweren Infrastrukturprogramm aus der Coronakrise helfen. Damit sollen vor allem Jobs für Arbeiter und die Mittelschicht geschaffen werden. Yellen stand vor Notenbankchef Jerome Powell von 2014 bis 2018 an der Spitze der Fed.

    Mehr: Janet Yellen hat Investoren mit nur einem Satz verunsichert. Das gibt einen Vorgeschmack auf unruhige Zeiten. Einen Börsencrash fürchten Experten aber nicht.

    • Bloomberg
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    1 Kommentar zu "US-Finanzministerin: Janet Yellen: Höhere Leitzinsen wären gut für die USA"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • die Zinsen werden steigen in USA das ist ein normaler Vorgang - nur ein Ignorant würde diese Nachrichten anders deuten! Für den EU Raum wäre ein mindest Zins und ein Einstieg in die Normalität wichtig - anderenfalls können wir ja dem Beispiel von Herrn Erdogan folgen und sehen wohin uns das führt"

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