US-Notenbank: Fed-Chef Powell setzt sich gleich dreifach unter Druck
Denver. Jerome Powell hat nun das gesagt, was Investoren bereits seit Längerem hören wollten: Die erste Zinssenkung im September „steht zur Debatte“. Mit diesen Worten leitete der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch die nächste Phase in der Geldpolitik ein, nachdem die Notenbank wie erwartet verkündet hatte, die Leitzinsen in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent zu belassen.
Investoren gingen am Donnerstag zum Börsenstart in New York mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Fed die Zinsen im September senken wird. Etwa jeder achte hält es sogar für möglich, dass die Notenbanker die Zinsen nicht nur um die üblichen 0,25 Prozentpunkte senken könnten, sondern gleich um 0,5 Prozentpunkte. Diane Swonk, Chefökonomin des Wirtschaftsprüfers KPMG, rechnet mit zwei regulären Zinsschritten in diesem Jahr.
Powell steht vor einem dreifachen Balanceakt: Neue geopolitische Spannungen könnten dazu führen, dass Energiepreise und damit die Inflation in den kommenden Wochen erneut anziehen. Auch würde er mit einer Zinssenkung im September die Diskussion um politische Einflussnahme zugunsten der Demokraten vor der US-Präsidentschaftswahl weiter anheizen. Im Vordergrund steht laut Powell derzeit jedoch die Sorge um den Arbeitsmarkt.