US-Zinsentscheid: Fed fordert Geduld von Investoren – Börsen reagieren deutlich
New York. Die US-Notenbank Federal Reserve hat Zinssenkungen „irgendwann in diesem Jahr“ in Aussicht gestellt, betonte Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch auf einer Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid. Allerdings müssen Anleger geduldig sein. Dass der Leitzins schon bei der kommenden Sitzung am 20. März sinken könnte, sei „im Moment nicht das wahrscheinlichste Szenario“, sagte er.
Investoren reagierten enttäuscht. Die Aktienmärkte bauten ihre Verluste im späten New Yorker Handel aus. Einige hatten gehofft, dass die Fed schon im März mit den Zinssenkungen beginnen könnte. Die Aussicht auf eine schnelle Zinswende hatte im vergangenen November und Dezember zu einer überraschend starken Rally an den Aktienmärkten geführt. Erst in der vergangenen Woche wurden neue Höchststände erreicht.
Die Fed ließ den Leitzins wie erwartet auf der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent, wie die Geldpolitiker mitteilten. Powell war am Mittwoch indes sehr bedacht darauf, sich alle Optionen für den weiteren geldpolitischen Kurs offen zu halten.
Die Währungshüter signalisierten zum ersten Mal, dass sie sich auf mögliche Zinssenkungen vorbereiten. So hatte die Fed in ihren Statements bislang stets betont, dass sie bereit sei, die Zinsen im Zweifel eher anzuheben als zu senken. Dieses Mal verzichteten sie auf diese Aussage. Für Investoren ist das ein wichtiges Signal auf dem Weg zur Zinswende. Doch es könnte langsamer voran gehen, als viele gedacht hatten.