USA: Trump setzt zum direkten Angriff an – Machtkampf mit der Fed eskaliert
New York, Düsseldorf. Der bemerkenswerte Streit zwischen dem Weißen Haus und der Federal Reserve erreicht eine neue Ebene. Während sich Politiker, Währungshüter und Ökonomen in den USA und in Europa über die erneuten Attacken von US-Präsident Donald Trump auf die Unabhängigkeit der Notenbank sorgen, zeigt sich an den Finanzmärkten nur vereinzelt eine Reaktion.
Trump will die Fed inhaltlich und personell nach seinen Vorstellungen umbauen. In der Nacht zu Dienstag hat er seine Drohung in die Tat umgesetzt und die Fed-Gouverneurin Lisa Cook mit sofortiger Wirkung entlassen. Er wirft ihr vor, Hypothekenbetrug begangen zu haben.
Die Sprengkraft dieses Vorgehens ist enorm. Einen vergleichbaren Vorgang hat es in der Geschichte der Fed noch nicht gegeben. Ungeklärt ist, ob Trump dazu befugt ist. Zwischen dem US-Präsidenten und der wichtigsten Notenbank der Welt könnte sich ein Rechtsstreit auf offener Bühne entwickeln – mit weitreichenden Folgen, die die Märkte fürs Erste ausblenden.