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ZEW-KonjunkturbarometerKonjunkturerwartung von Börsenprofis sinkt – „Wirtschaft könnte in Rezession rutschen“

Erstmals seit Dezember 2022 rutscht die Erwartung in den negativen Bereich. Ein Grund sind die erwarteten weiteren Zinsanhebungen der EZB. 16.05.2023 - 11:59 Uhr Artikel anhören

Laut ZEW-Präsident Wambach erhöht auch ein möglicher Zahlungsausfall der Vereinigten Staaten in den nächsten Wochen die Unsicherheit.

Foto: dpa

Berlin. Börsenprofis haben ihre Konjunkturerwartungen für die deutsche Wirtschaft im Mai den dritten Monat in Folge heruntergeschraubt. Das Barometer zur Einschätzung der Konjunktur in den nächsten sechs Monaten fiel um 14,8 auf minus 10,7 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 181 Analysten und Anlegern mitteilte.

Damit liegt der Wert erstmals seit Dezember 2022 wieder im negativen Bereich. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf minus 5,3 Zähler gerechnet. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage verschlechterte sich im laufenden Monat ebenfalls: Dieser Wert fiel um 2,3 auf minus 34,8 Punkte.

„Die Finanzmarktexpertinnen und -experten rechnen auf Sicht von sechs Monaten mit einer Verschlechterung der ohnehin nicht guten Konjunkturlage“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Entwicklung: „Die deutsche Wirtschaft könnte dadurch in eine – wenn auch leichte – Rezession rutschen.“

Ein Grund für den Rückgang des Stimmungsindikators sei die Erwartung einer noch stärkeren Anhebung der Zinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB). „Ein möglicher Zahlungsausfall der Vereinigten Staaten in den nächsten Wochen erhöht zudem die Unsicherheit bezüglich der internationalen Konjunkturentwicklung“, sagte Wambach.

Die EU-Kommission sieht die Konjunkturaussichten für die Euro-Zone insgesamt etwas rosiger als im Winter - nicht jedoch für Deutschland. Die Bundesrepublik gehört aus Brüsseler Sicht dieses Jahr zu den Schlusslichtern in Sachen wirtschaftlicher Dynamik, wie aus der Frühjahrsprognose hervorgeht.

Nur Estland steht mit minus 0,4 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) schlechter da als Deutschland und Finnland, denen jeweils ein mageres Wachstum von 0,2 Prozent zugetraut wird. Die Bundesregierung erwartet hierzulande einen doppelt so starken Zuwachs von 0,4 Prozent. Brüssel rechnet für die Euro-Zone nun mit plus 1,1 Prozent nach 0,9 Prozent in der Winterprognose.

rtr
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