Baupreise: Wie Sie die Kosten für den Hausbau um Zehntausende Euro senken
Düsseldorf. Wer darauf setzt, dass der Hausbau wegen der Krise im Wohnungsbau günstiger wird, liegt falsch: Von November 2023 bis November 2024 sind die Preise für den Neubau von Wohngebäuden noch einmal um 3,1 Prozent gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt (Destatis). Während die Preise für Rohbauarbeiten um zwei Prozent anzogen, verteuerten sich die für den Ausbau eines Hauses um 3,8 Prozent.
Weil auch die höheren Darlehenszinsen das Bauen teurer machen und die Förderung für Neubauten erheblich reduziert wurde, können sich viele den Bau oder Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung nicht mehr leisten. Hinweis darauf ist der kontinuierliche Rückgang bei den Baugenehmigungen sowie die sinkende Eigentumsquote.
Mitte 2022 lag diese laut aktuellem Zensus des Statistischen Bundesamts bei etwa 44 Prozent. Seit 2010 sinke die Quote kontinuierlich, heißt es in der Studie „Wohneigentum in Deutschland“, die das Pestel-Institut kürzlich für den Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt hat.
Damit sich wieder mehr Menschen das eigene Haus oder eine Eigentumswohnung leisten können, empfiehlt die Studie mehrere Maßnahmen. Zum einen brauche es eine verlässliche Wohnungsbaupolitik und eine effektive Neubauförderung. Zum anderen sollten diejenigen, die das erste Mal Wohneigentum erwerben und selbst nutzen, keine Grunderwerbsteuer zahlen müssen. Die liegt abhängig vom Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent.
Augen auf beim Grundstückskauf
Doch bevor sich eine neue Regierungskoalition gefunden hat, ist kaum abzusehen, wie die staatliche Neubauförderung künftig aufgestellt ist. Wer derzeit ein Haus plant, hat aber die Chance, selbst die Kosten zu beeinflussen, so der Bauherren-Schutzbund (BSB). Wer einige Punkte bei der Planung beachte, könne so mehrere 10.000 Euro sparen.
Das beginnt schon beim Grundstückskauf: Nicht nur die Lage, sondern auch die Beschaffenheit des Baugrundstücks hat erheblichen Einfluss auf die finanzielle Belastung. Liegt es am Hang, seien die Kosten für die Gründung etwa 15 Prozent höher, so der BSB. Ist der Baugrund nicht tragfähig, drohten für Austausch und Entsorgung des alten Bodens Zusatzkosten von mehr als 15.000 Euro.
Wer einfach und funktional plant, spart erheblich
Zudem reduziert eine effiziente Planung des Grundrisses die Größe des Hauses und damit auch die Kosten. Laut BSB sparen Bauherren mindestens 1000 Euro für jeden Quadratmeter, der nicht gebaut wird: „Mit einem einfachen, funktionalen Grundriss lassen sich 20.000 Euro und mehr einsparen.“ Wer zudem auf einen Keller oder Extras wie Erker, Wintergarten oder Gauben verzichtet, spart noch einmal erheblich.
Gut abwägen sollten Bauherren die Eigenleistungen. So lässt sich Geld sparen, wenn sie gegen Ende des Hausbaus zum Beispiel selbst tapezieren oder den Bodenbelag verlegen. Wer aber mitten im Bauablauf Arbeiten selbst übernehmen möchte, sollte laut BSB darauf achten, dass er mängelfrei arbeitet und den Zeitplan einhält.
„Andernfalls dürften sich nachfolgende Handwerker bei Problemen auf die schlechte Vorarbeit beziehen“, warnt der BSB. Dennoch: Durch Eigenleistungen, und vor allem durch Arbeiten, bei denen der Lohnanteil hoch und die Materialkosten gering sind, ließen sich 15.000 Euro und mehr sparen.
Dieser Text ist am 17. Januar 2025 zuerst im Handelsblatt-Newsletter Inside Energie & Immobilien erschienen.