Country Garden: Krise bei Chinas Immobilienkonzernen verschärft sich
Im ersten Halbjahr machte das Unternehmen einen Verlust von 7,6 Milliarden US-Dollar.
Foto: ReutersFrankfurt, Düsseldorf. Die drohende Schieflage eines der größten privaten chinesischen Immobilienentwickler könnte die Branchenkrise in dem Land weiter verschärfen. Der in Bedrängnis geratene chinesische Immobilienkonzern Country Garden lässt den Handel mit einem Teil seiner Anleihen stoppen. Die elf auf dem heimischen Markt ausstehenden Anleihen (sogenannte Onshore-Bonds) von Country Garden sollen von Montag an auf unbestimmte Zeit nicht handelbar sein, wie aus Mitteilungen hervorgeht, die das Unternehmen am Samstag an der Börse Shenzhen veröffentlicht hat.
Die Ratingagentur Moody’s befürchtet, dass sich die Schwierigkeiten des Unternehmens auf den Rest des Immobilien- und Finanzmarkts ausweiten könnten. Damit dürfte sich die Erholung des Sektors weiter verzögern, hieß es in einer Mitteilung von Moody’s am Freitag.
Im Zentrum der Immobilienkrise steht der Projektentwickler China Evergrande, der nach hohen Verlusten mit seinen Gläubigern um den Abbau seiner Schulden ringt. Der einstige Star am chinesischen Wohnungsmarkt hatte schwere Probleme bekommen, nachdem die Immobilienblase geplatzt war.
Am Freitag war es zum Ausverkauf von Aktien und Anleihen von Country Garden gekommen. Zuvor hatte die Zeitung „Yicai“ berichtet, das Unternehmen gehe ebenfalls eine Restrukturierung seiner Schulden an. Die auf Immobilien in kleineren Städten spezialisierte Gruppe war zum Jahreswechsel mit umgerechnet 194 Milliarden Dollar verschuldet und hat für das erste Halbjahr einen Verlust von bis zu 55 Milliarden Yuan (7,6 Milliarden Dollar) angekündigt.