Immobilienkonzerne: Aus für Mietendeckel: Vonovia verzichtet auf Nachforderungen, Deutsche Wohnen nicht
Mit dem Verzicht wolle man auch ein Signal setzen, „dass es keine weitere Eskalation rund um bezahlbares Wohnen in der Hauptstadt geben darf“, sagte der Vonovia-Chef.
Foto: ReutersFrankfurt. Die Nachricht sorgte für Freude in der Immobilienbranche und bei den Aktionären der Wohnungskonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen: Am Donnerstag entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Berliner Mietendeckel verfassungswidrig ist. Die Aktien der beiden im Dax notierten Unternehmen zogen daraufhin deutlich an. Vonovia notiert 0,69 Prozent im Plus, Deutsche Wohnen sogar 3,5 Prozent.
Für Mieter in Berlin dürfte es eine weniger gute Nachricht sein – schließlich drohen ihnen Nachzahlungen.
Doch zumindest Vonovia will auf derartige Forderungen verzichten, wie das Bochumer Unternehmen am Donnerstag verkündete. „An erster Stelle steht für uns das Wohl der Menschen, die bei uns wohnen. Ihnen sollen keine finanziellen Nachteile aufgrund getroffener politischer Entscheidungen entstehen“, betonte Vonovia-Chef Rolf Buch. Es gebe eine Vielzahl von Mieterinnen und Mietern, die entgegen dem Rat der Politik die gesparte Miete nicht zur Seite gelegt haben. Eigenen Angaben zufolge verzichtet Vonovia damit auf bis zu zehn Millionen Euro.
Mit dem Verzicht wolle man auch ein Signal setzen, „dass es keine weitere Eskalation rund um bezahlbares Wohnen in der Hauptstadt geben darf“, sagte Vonovia-Chef Buch. Es sei auch als börsennotiertes Unternehmen möglich, sich an den Zielen aller Stakeholder zu orientieren.