Immoscout24: Umfrage: Vermieter bevorzugen Paare, Alleinerziehende haben es schwer
Berlin. Die meisten Wohnungsanbieter bevorzugen einer Umfrage zufolge Paare als Mieter. Knapp zwei Drittel vergeben ihre Wohnungen bevorzugt an diesen Personenkreis, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Portals ImmoScout24 unter knapp 1500 Vermietern hervorgeht.
Mehr als die Hälfte vermietet gerne an Singles. Familien landen dagegen auf Platz drei mit einem Anteil von einem Drittel. Rentner haben bei rund 22 Prozent der Vermieter eine gute Chance, Studierende hingehen nur bei elf Prozent.
Deutlich schwerer haben es Alleinerziehende mit Kind und Wohngemeinschaften (WG), für die sich nur zehn bzw. vier Prozent der Vermieter entscheiden. 60 Prozent geben sogar an, dass sie gar nicht an eine WG vermieten würden. 22 Prozent würden das nur tun, wenn sich alle Bewohner in den Mietvertrag aufnehmen lassen.
Zu den wichtigsten Auswahlkriterien zählen der persönliche Eindruck, ein geregeltes Einkommen und die Mieterselbstauskunft. Zudem können Bewerber punkten, wenn sie in die Hausgemeinschaft passen und sich für die Wohnung begeistern.
„Umbauten in der Wohnung, die gewerbliche Nutzung der Wohnung und Übungszeiten für das Spielen eines Musikinstrumentes sollten Mieter:innen besser nicht einfordern“, heißt es in der Studie. 85 Prozent der befragten Vermieter achten bei der Vergabe meisten auf den persönlichen Eindruck, dicht gefolgt von einem nachweisbaren, geregelten Einkommen mit 82 Prozent.
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37 Prozent interessieren sich zudem für die ausgefüllte Mieterselbstauskunft, 35 Prozent für einen Bonitätsnachweis. Eine Mietzahlungsbestätigung (13 Prozent) und eine Bürgschaft (sechs Prozent) sind hingegen von nicht so großer Bedeutung.
In deutschen Großstädten gebe es häufig viele Mitbewerberinnen und Mirbewerber, sagte die Geschäftsführerin von ImmoScout24, Gesa Crockford. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass nicht nur harte Fakten wie Einkommen, Beruf und Bonität zählen, sondern auch der persönliche Eindruck ausschlaggebend ist.“
Mieterbund: Betriebskosten größtes Streitthema
Am häufigsten streiten sich Vermieter mit ihren Mietern über die Betriebskosten, teilt der Mieterbund mit. Mehr als ein Drittel der Beratungsthemen (37 Prozent) bei dem Verein entfielen im vergangenen Jahr auf die Betriebskosten inklusive Heizkosten. „Insbesondere vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Energiekosten verwundert dies nicht“, erklärte Bundesdirektorin Melanie Weber-Moritz. „Das Auslaufen der Energiepreisbremsen, die auf hohem Niveau verharrenden Energiepreise und der steigende CO2-Preis bedeuten leider auch in diesem Jahr voraussichtlich für viele Mieterinnen und Mieter Nachzahlungen im dreistelligen Bereich.“
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Auf die Betriebskosten folgten 2023 die weiteren Beratungsthemen Wohnungsmängel (18,2 Prozent) und allgemeine Vertragsangelegenheiten (12,4 Prozent). Zu letzteren zählen laut Mieterbund Fragen zur Mietpreisbremse, zu Staffel- oder Indexmieten, zu Wohngemeinschaften, aber auch zur Frage, ob Tiere in den Wohnungen erlaubt sind oder ob auf dem Balkon Solarmodule angebracht werden dürfen.
Gestiegen im Vergleich zum Vorjahr sei der Beratungsbedarf beim Thema „Mieterhöhung (Vergleichsmiete)“. Lag der Anteil 2022 noch bei 7,9 Prozent, wuchs er 2023 auf 9,2 Prozent. „Diese Steigerung deutet darauf hin, dass der Druck auf Mieterinnen und Mieter in bestehenden Mietverhältnissen gestiegen ist“, sagte Weber-Moritz.
Insgesamt führten die Juristen der rund 300 örtlichen Mietervereine in Deutschland 2023 rund eine Million Rechtsberatungen durch. Über 98 Prozent der Fälle wurden demnach außergerichtlich abgeschlossen.