Energiewende: Bei den digitalen Stromzählern soll es endlich vorangehen
Intelligente Stromzähler helfen dabei, den Stromverbrauch in Abhängigkeit von aktuellen Strompreisen zu steuern.
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Foto: HandelsblattDie Strompreise schwanken im Laufe von 24 Stunden stark – unter anderem, weil die Stromproduktion aus Wind- und Sonnenenergie wechselnde Mengen liefert. In der Nacht zu Mittwoch beispielsweise war Strom im Großhandel extrem billig: Eine Megawattstunde war für einen Cent zu haben. Ein Tesla Model 3 ließe sich mit dieser Strommenge mindestens 13 Mal aufladen. Doch in den Haushalten kommen solche Preise bislang nicht an.
Abhilfe schaffen sollen intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter. Die Geräte sind in der Lage, ihre Messwerte sekundengenau zu versenden. Dadurch können die Stromanbieter flexible Tarife anbieten, bei denen der Strom dann billiger wird, wenn er im Überfluss vorhanden ist – nachts etwa, wo er oft nur halb so viel kostet wie am Tage. Oder im Sommer, wenn Solaranlagen viel produzieren. Würden die europäischen Stromkunden ihre Nachfrage an die schwankenden Preise anpassen, könnten sie bis zu 71 Milliarden Euro pro Jahr sparen, schätzt der Branchenverband SmartEn.
Nach Angaben des Spitzenverbandes der Immobilienbranche, ZIA, sind aber erst bei weniger als einem Prozent der Haushalte Smart Meter vorhanden. Das will die Bundesregierung nun ändern. Ein diese Woche vom Kabinett verabschiedeter Gesetzentwurf sieht vor, dass mehr Smart Meter eingebaut werden – und zwar schneller und mit weniger bürokratischem Aufwand als bisher. In Ländern wie Finnland, Estland, Schweden, Italien, den Niederlanden oder Schweden sind Smart Meter teilweise schon seit Jahren weit verbreitet.