Holzbau: Wie der Rohstoff Holz die Wohnungskrise bewältigen soll
Der Rohstoff Holz wird begehrter, denn künftig sollen in Deutschland mehr Gebäude aus Holz entstehen.
(Foto: Thomas Warnack/dpa)
Foto: HandelsblattDer Dürremonitor Deutschland zeigt das Dilemma deutlich. In vielen Regionen ist es zu trocken. Was die Landkarten des Monitors im Internet farblich simulieren, hat für den deutschen Wald gravierende Folgen. Seit 2018 sind etwa 500.000 Hektar verschwunden. „Das entspricht in etwa zweimal der Größe des Saarlands“, sagt Nils von Schmidt, Co-Leiter Land & Forst beim Immobilienberater Colliers.
Deutschland besteht zwar fast zu einem Drittel aus Wald – das sind etwas mehr als elf Millionen Hektar. Aber die Trockenheit, der Borkenkäfer und Stürme setzen den Bäumen zu. Manche Naturschützer plädieren dafür, viele Waldflächen möglichst sich selbst zu überlassen, damit sie sich erholen. Doch der Wald ist auch ein Wirtschaftsfaktor, denn er liefert Holz. Im vergangenen Jahr waren es etwa 70 Millionen Kubikmeter, zehn Millionen davon wurden ins Ausland exportiert.
Mit Holzbau gegen den Wohnungsmangel
Künftig wird Holz als Rohstoff begehrter werden. Ende Juni beschloss das Bundeskabinett eine Holzbau-Initiative, um die Wohnungskrise zu bewältigen. Um mehr bezahlbaren und guten Wohnraum zu schaffen, wolle man das serielle und modulare Bauen verbessern. Holz eigne sich dafür besonders gut, erklärte Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Derzeit liegt die Holzbauquote im Ein- und Zweifamilienhausbau bei 26 Prozent, im mehrgeschossigen Wohnungsbau unter fünf Prozent. Bis zum Jahr 2030 soll sie deutlich erhöht werden.