Stadtentwicklung: Können Unternehmensinitiativen verwaiste Innenstädte retten?
- Viele Einkaufsstraßen kämpfen mit Leerstand und abnehmenden Besucherzahlen.
- Um ihre Quartiere aufzuwerten, gründen Gewerbetreibende und Immobilieneigentümer mancherorts sogenannte Business Improvement Districts.
- Handelsblatt Inside hat recherchiert, vor welchen Herausforderungen solche privaten Initiativen stehen und welche Erfolge sie bereits vorweisen können.
Köln. Es lief schon besser für deutsche Innenstädte. Passanten besuchen seltener die Einkaufsstraßen, immer mehr Läden schließen. Im Vergleich zum Jahr 2015 gibt es heute deutschlandweit fast 20 Prozent weniger Geschäfte. Vergangenes Jahr warnte der Handelsverband, Stadtzentren drohe das Schicksal einer Geisterstadt, wenn der Einzelhandel sie verlasse.
Ein Szenario, das weder Städte noch Immobilieneigentümer erleben wollen. Doch so weit muss es nicht kommen. Eine Möglichkeit, um die Innenstädte wiederzubeleben, sind sogenannte Business Improvement Districts (BID), privat initiierte Zusammenschlüsse von Eigentümern und ortsansässigen Gewerbetreibenden. Gemeinsam finanzieren sie Maßnahmen, um die Attraktivität eines Quartiers zu steigern.
Derzeit sind solche Initiativen noch eher die Ausnahme, aber es tut sich was. Im Jahr 2024 gab es in Deutschland rund 20 BID-Projekte, wie es in der Deutschlandstudie Innenstadt des auf Stadtentwicklung spezialisierten Beratungsunternehmens Cima heißt. Hinzu kommen ähnliche Projekte, die unter anderen Namen laufen, beispielsweise Immobilien- und Standortgemeinschaften. Die bisher abgeschlossenen Projekte waren größtenteils erfolgreich.