Steuereinnahmen: Senkung der Grunderwerbsteuer könnte Wohnungsbau ankurbeln
Frankfurt. Eine Halbierung der Grunderwerbsteuer könnte dem Wohnungsbau in Deutschland mehr Schwung geben. Konkret würde das die Zahl der Baugenehmigungen und mit zeitlichem Abstand auch der Fertigstellungen um mindestens neun Prozent steigern. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report, den das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln für den Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und weitere Landesbauverbände erstellt hat.
Eine Senkung der Grunderwerbsteuer könne zum Beispiel den finanziellen Druck auf Bauträger mindern und so ein direkter Anreiz sein, schneller zu bauen und zu verkaufen, schreiben die Autoren des Gutachtens. Denn derzeit seien zwar viele Projekte genehmigt, wegen der hohen Bau- und Finanzierungskosten aber noch nicht begonnen worden.
Über die seit 2006 in den meisten Bundesländern deutlich angehobene Grunderwerbsteuer wird seit längerem diskutiert: Auf der einen Seite hat sie im vergangenen Jahr 12,2 Milliarden Euro in die Landeskassen gespült.
Auf der anderen Seite verteuert die Grunderwerbsteuer den Immobilienkauf – immerhin liegt der Satz je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Durch die Krise im Wohnungsbau und die Zurückhaltung der Immobilienkäufer sind die Steuereinnahmen gegenüber dem Höchststand im Jahr 2021 laut Report um ein Drittel gesunken.