Kirchengebäude: Klettern statt beten? Neue Ideen für ungenutzte Kirchen
München. „Verkauf einer Immobilie besonderer Art in Castrop-Rauxel“, lautet der Titel einer Anzeige auf dem Portal Immobilienscout24. Darüber prangt ein Foto aus dem Inneren einer Kirche mit Gebetsbänken und Blick auf große verzierte Fenster. Das Gotteshaus, erbaut im Jahr 1910, steht zum Verkauf.
Überflüssig wurde die Petrikirche, weil sich die Kirchengemeinden vor Ort wegen sinkender Mitgliederzahlen zusammenschlossen. „Wir mussten ein Kirchengebäude aufgeben“, erzählt Pfarrer Sven Teschner. Im November 2023 wurde die Kirche in einem feierlichen Gottesdienst entwidmet. „Emotional war das nicht einfach, aber der Schritt war notwendig, da es einen großen Investitionsbedarf gab“, sagt Teschner. Es sei nicht das erste Gotteshaus, das anderweitig genutzt werde, und sicher nicht das letzte.
Denn seit Jahren setzt sich der Mitgliederschwund in den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden fort. Allein 2023 meldete die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) 380.000 Austritte und noch einmal fast so viele Sterbefälle in ihren Gemeinden. Die Deutsche Bischofskonferenz der katholischen Kirche registrierte fast 403.000 Austritte und 226.000 Bestattungen. Taufen und Wiedereintritte gleichen den Verlust nicht aus.