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LiquiditätskriseEvergrande vor dem Kollaps: Drei Szenarien, wie es mit dem Immobilienentwickler weitergeht

Seit Wochen spitzt sich die Krise um den hochverschuldeten Immobilienkonzern immer weiter zu. Inzwischen zeichnet sich ab, wie eine Rettung des Konzerns aussehen könnte.Sabine Gusbeth 02.10.2021 - 07:58 Uhr Artikel anhören

Die meisten Experten rechnen mit der Zahlungsunfähigkeit des hochverschuldeten Immobilienentwicklers.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Für Evergrande tickt die Uhr. Der Konzern hat zuletzt fällige Zinsen an Anleihegläubiger wiederholt nicht pünktlich ausgeschüttet. Offiziell tritt ein Zahlungsausfall allerdings erst ein, wenn innerhalb einer 30-tägigen Nachfrist die ausstehenden Forderungen nicht beglichen werden.

Nicht nur Bondinvestoren, sondern auch Mitarbeitern, Kleinsparern, Baufirmen und Lieferanten schuldet der Konzern Geld. Nach offiziellen Angaben belaufen sich die Verbindlichkeiten von Evergrande auf 300 Milliarden Dollar. Zudem gibt es Spekulationen über hohe außerbilanzielle Verbindlichkeiten.

Wie geht es mit dem Konglomerat nun weiter? Drei Szenarien.

Szenario 1: Evergrande gelingt es, seine Schulden aus eigener Kraft zu begleichen

Um einen offiziellen Zahlungsausfall zu verhindern, muss Evergrande innerhalb von 30 Tagen die Zinsenverpflichtungen an Anleihegläubiger begleichen. Der Konzern selbst hat bereits Ende August gewarnt, seine Verbindlichkeiten möglicherweise nicht mehr bedienen zu können, wenn es dem Unternehmen nicht gelinge, durch den Verkauf von Unternehmensteilen und Immobilien sowie die Aufnahme neuer Kredite Liquidität zu beschaffen.

Durch den Verkauf der Anteile an der Shengjing Bank für 1,5 Milliarden Dollar verschafft sich Evergrande ein wenig Luft. Laut Börsenmitteilung wird der Erlös auch dazu verwendet, um die Verbindlichkeiten Evergrandes bei der Bank zu begleichen. Beim Verkauf von anderen Unternehmensteilen geht es allerdings nicht voran. So verhandelt der Konzern bislang erfolglos mit einem ebenfalls staatlichen Interessenten für das Verwaltungsgebäude in Hongkong, von dem er sich einen Erlös von umgerechnet zwei Milliarden Dollar erhofft. Potenzielle Investoren für die börsennotierten Tochterunternehmen, den Gesundheitskonzern Evergrande New Energy Vehicle und die Hausverwaltung Evergrande Property Services, halten sich ebenfalls zurück.

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