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LuxusapartmentsSchöner wohnen in Deutschland

Die Zahl der Ultrareichen wächst. Makler sehen neue Chancen, Wohnungen aus Neubauprojekten schon vor der Fertigstellung international zu vermarkten. Besonders die asiatische Kundschaft steht dabei im Fokus.Reiner Reichel 11.03.2017 - 17:50 Uhr Artikel anhören

Aus den oberen Stockwerken reicht der Blick bis in den Taunus oder den Odenwald.

Foto: Zabel Property AG

Düsseldorf. Die Wohnungen im „Henninger Turm“ in Frankfurt sind fast verkauft. In der Spitze haben die Käufer um die 10.000 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Wer in Deutschlands höchstem Wohnhaus „Grand Tower“ wohnen will, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Doch das scheint kein Problem. Projektentwickler GSP Städtebau zieht in der Nachbarschaft den „Tower 90“ hoch. 90 steht für die Höhe in Metern. In drei Jahren soll er fertig sein.

Konkurrenzlos sind die dort entstehenden rund 200 Wohnungen nicht. Eine Hochhaus-Studie des Immobilienmarktforschungsinstituts Bulwiengesa aus dem vergangenen Jahr zählt in Frankfurt 16 Wohnturm-Projekte, in Berlin sogar noch drei mehr. München kann wegen Baurestriktionen nicht mitspielen, und Hamburg hat Nachholbedarf. Seit Mittwoch sucht die Hansestadt einen Entwickler für den „Elbtower“. Am östlichen Ende der Hafencity soll ein bis zu 200 Meter hoher Wolkenkratzer entstehen. Ob darin gewohnt werden wird, ist noch nicht sicher. Der zähe Absatz der Elbphilharmonie-Wohnungen mit Quadratmeterpreisen zwischen 15.000 und 25.000 Euro mahnt zur Vorsicht.

Wohnen im Hochhaus ist teuer. „Wer es sich leisten kann, erwirbt exklusiven und zentralen Wohnraum mit repräsentativem Charakter“, schreibt Bulwiengesa. Und wer es sich leistet, ist anspruchsvoll und spricht häufig eine fremde Sprache. In den vergangenen Jahren haben sich zwei Makler herauskristallisiert, die es besonders gut verstehen, Wohnungen aus Neubauprojekten schon vor der Fertigstellung international zu vermarkten – die Berliner Häuser Zabel Property und Ziegert Immobilien.

Das ist auch großen internationalen Maklerorganisationen aufgefallen, die ihr Geschäft in Nischen ausdehnen. So ist es kein Zufall, dass der eine, Zabel, Ende des vergangenen Jahres von der börsennotierten JLL übernommen wurde. JLL ist der weltweit zweitgrößte Immobiliendienstleister. Ziegert bleibt zwar selbstständig, kooperiert aber seit dieser Woche mit dem britischen Immobilienberater Knight Frank. Der ist kleiner als JLL, aber stärker als der Konkurrent auf private Kundschaft ausgerichtet und bringt es immerhin auf 14.000 Mitarbeiter in 59 Ländern.

JLL und Knight Frank sollen nicht die Einzigen gewesen sein, die sich für Zabel und Ziegert interessierten, heißt es in der Branche. Sie alle wittern Wachstum: „Das Interesse vermögender Privatpersonen an hochwertigen deutschen Eigentumswohnungen wächst“, erklärt Timo Tschammler, neuer JLL-Deutschlandchef, die Motivation zum Kauf. Vor allem das Interesse ausländischer Investoren nimmt zu. Gemessen am Transaktionsvolumen, ist London wohl noch die Nummer eins im Luxuswohnungsmarkt in Europa, aber bei der Preisentwicklung seit dem vergangenen Jahr nicht mehr.

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Die Preise gaben dort um rund sechs Prozent nach, während sie in Berlin um fast neun Prozent stiegen. „Wir sind davon überzeugt, dass Interessenten für Londoner Luxusapartments in Zukunft häufiger Gefallen an erstklassigen Wohnungen in Berlin und anderen deutschen Metropolen finden werden“, meint Tschammler. Sowohl Zabel als auch Ziegert werden über Berlin und Frankfurt hinaus expandieren.

Zabel hat sich einen Namen bei der Vermarktung Frankfurter Wohntürme gemacht, so etwa beim „Grand Tower“. 2016 wurden rund 300 Wohneinheiten im Wert von 180 Millionen Euro beurkundet. 70 Prozent der von Zabel ermittelten Käufer kommen aus dem Ausland.

Ziegert und Zabel haben das Potenzial asiatischer, insbesondere chinesischer Käufer erkannt und chinesisch sprechende Verkäufer eingestellt. Das verspricht Erfolg. Die Zahl der Ultrareichen wächst weltweit, aber in keinem Land so schnell wie in China, geht aus einer Knight-Frank-Studie hervor. In zehn Jahren wird jeder dritte der Gruppe mit mehr als 30 Millionen Dollar Nettovermögen ein Chinese sein. Diese Gruppe kann sich in jeder trendigen Metropole eine Eigentumswohnung leisten. Berlin ist so eine Trendmetropole, in der Geld noch dazu sicher angelegt ist. Vor allem Letzteres wird wichtiger: „Ultrareiche achten immer mehr auf die sichere Anlage ihres Kapitals als auf die Höhe der Rendite“, weiß Ian Bremmer, Gründer der auf die Analyse politischer Risiken spezialisierten Eurasia Group.

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