Wohnungsmarkt: Überfüllt und überteuert – die Stadt verliert ihre Anziehungskraft
Viele Berliner Vermieter müssen vorerst die Mieten senken.
Foto: picture alliance / imageBROKERDüsseldorf. Alle Experten sind sich einig: Die Coronakrise konnte dem deutschen Wohnimmobilienmarkt bislang nichts anhaben. Weder die Mieten noch die Preise sind eingebrochen. Im Gegenteil: Eigenheime, Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser haben sich in den ersten drei Quartalen 2020 stärker verteuert als im selben Zeitraum des Vorjahres, zeigt der vdp-Immobilienpreisindex. „Die Situation erscheint also im November 2020 nicht anders als im November 2019“, sagt dazu vdp-Research-Chef Franz Eilers.
Alles beim Alten also? Nicht ganz. Zwei Beobachtungen beschäftigen die Fachleute. Zum einen kehrt die Furcht vor einer Marktüberhitzung zurück. Zum Zweiten gibt es Anzeichen, dass sich die Kundeninteressen aufgrund der Corona-Erfahrungen verändern.
So teilte das Statistische Bundesamt kürzlich mit, dass die Hauspreise in Deutschland von Juli bis September im Schnitt um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Das sei so viel wie „zuletzt im vierten Quartal 2016“, ergänzten die Statistiker. Damals hatte das Plus 8,4 Prozent betragen. „Das Risiko einer Überbewertung steigt – insbesondere in den Ballungsgebieten“, warnte deshalb der Wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. Laut Daten des Forschungsinstituts Empirica aus dem Oktober besteht für zehn von zwölf deutschen Großstädten eine „eher hohe“ Blasengefahr.