Kryptobörse: Warum Coinbase stark auf den Aufstieg in den S&P 500 reagiert
Düsseldorf. Die Aktie von Coinbase steigt am Dienstag im US-Handel um bis zu 23 Prozent. Am Montagabend hatte der Indexanbieter S&P Dow Jones bekanntgegeben, dass die Kryptobörse in den marktbreiten US-Index S&P 500 aufsteigt und dort am 19. Mai den Kreditkartenanbieter Discover Financial Services ersetzt.
Der S&P 500 gilt als einer der wichtigsten Indizes weltweit, viele börsengehandelte Fonds (ETFs) bilden ihn direkt nach – mit entsprechend viel verwalteten Geldern. Allein die drei größten kommen laut der Analyseseite ETFdb auf etwa 1,8 Billion Dollar.
Dementsprechend groß ist der Einfluss der ETFs auf den Aktienkurs. Steigt ein neues Unternehmen in den Index auf, müssen die ETFs zum Stichtag des Wechsels die Aktie kaufen, wodurch der Kurs steigt. Investoren spekulieren daher häufig auf diese Entwicklung, sodass dieser schon vorab in die Höhe getrieben wird.
Ein besonders extremes Beispiel war der Aufstieg des E-Auto-Herstellers Tesla in den US-Leitindex. Der Schritt wurde am 13. November 2020 angekündigt und am 21. Dezember desselben Jahres vollzogen. In der Zwischenzeit stieg die Aktie um 70 Prozent.
Coinbase-Aktionäre dürfte die Entwicklung erleichtern. Zwar ist die Aktie seit Anfang 2023 im Zuge der Rally am Kryptomarkt um mehr als 500 Prozent gestiegen, zu ihrem im vergangenen Jahr erreichten Rekordhoch lag sie aber am Montagabend mehr als 40 Prozent im Minus.
Die schlechtere Stimmung am Kryptomarkt setzte auch der Kryptobörse zu, zudem fielen die letzten Geschäftszahlen enttäuschend aus. Im ersten Quartal beeinträchtigten höhere Betriebskosten und Wertverlust bei Kryptobeständen aufgrund von Handels- und Makrounsicherheiten das Ergebnis.
Analysten bewerten die Aktien aber tendenziell positiv. Dem Finanzdienst LSEG zufolge raten 15 von 31 Experten zum Kauf, der Rest zum Halten. Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei 255 Dollar – dem am Dienstag erreichten Tageshoch.