Richemont: Luxus-Aktien profitieren von Zahlen des Cartier-Herstellers
Düsseldorf. Das starke Weihnachtsquartal von Richemont hat die Aktien von Luxuskonzernen am Donnerstag angetrieben: Die Papiere des Herstellers von Cartier-Schmuck stiegen in der Spitze fast 18 Prozent auf einen Rekordwert von 164,45 Schweizer Franken, die des Uhrenherstellers Swatch Group legten etwa zehn Prozent zu. Die Titel von LVMH und des Gucci-Eigentümers Kering klettern um mehr als neun Prozent, die des Birkin-Taschen-Herstellers Hermès um etwa sechs Prozent.
Richemont hatte zuvor mitgeteilt, dass der Umsatz im Schlussquartal 2024 um zehn Prozent auf den Rekordwert von 6,15 Milliarden Euro angezogen sei. Das Wachstum ist vor allem auf das Geschäft in Amerika und Europa zurückzuführen. In China, einem der wichtigsten Märkte für Luxuskonzerne, sanken die Erlöse des Weltmarktführers bei Markenschmuck.
Die Analysten der US-Großbank JP Morgan schrieben nach Bekanntgabe der Zahlen in einem Kommentar, dass dies ein Hinweis darauf sein könnte, dass das Weihnachtsgeschäft allgemein stärker gewesen sei als erwartet. Kepler-Cheuvreux-Analyst Jon Cox äußerte sich etwas vorsichtiger. „Es ist wahrscheinlich zu früh, um zu sagen, ob dies ein Wendepunkt für den Luxusgütersektor ist, aber es ist auf jeden Fall sehr ermutigend.“
Zuletzt verzeichnete der Luxussektor schwächere Wachstumsraten. Das liegt vor allem am Geschäft in China, wo die Wirtschaft durch die Immobilienkrise stark unter Druck gerät. Aber auch die wirtschaftliche Unsicherheit in anderen Ländern sowie die Preissteigerungen der vergangenen Monate dämpften die Nachfrage nach Luxusgütern.
Doch Luxus ist dabei nicht gleich Luxus: Konzerne im oberen Preissegment wie der Lederwarenhersteller Hermès und Richemont schnitten besser ab als jene Unternehmen mit vergleichsweise erschwinglichen Produkten wie etwa Burberry. Auf Jahressicht haben die Aktien von Hermès und Richemont um 36 beziehungsweise 50 Prozent zugelegt, während die Burberry-Aktie mehr als 15 Prozent verloren hat. Das Papier von Kering liegt sogar 32 Prozent tiefer als noch vor einem Jahr.