Anleihen: Welche Folgen der Rückzug der Notenbanken vom Anleihemarkt hat
Frankfurt. In den vergangenen Tagen sind die Anleiherenditen sprunghaft gestiegen. Zuerst in Großbritannien, wo die neue Labour-Regierung einen umfangreichen Haushalt verabschiedet hat. Dann in den USA als Folge des Wahlsiegs von Donald Trump - dessen Steuersenkungspläne zu einer höheren Verschuldung führen könnten.
Damit werden die Staatsschulden zum dominierenden Thema für Anleiheinvestoren, auch weil die Notenbanken ihre Kaufprogramme auslaufen lassen.
Die Politiker spielen die Hauptrolle an den Märkten, sie haben sie zumindest vorübergehend den Notenbankern abgenommen. Der unabhängige US-Analyst Ed Yardeni schreibt: „Überall in der entwickelten Welt verkaufen alarmierte Anleger Staatsanleihen und treiben die Renditen hoch.“
Denn wenn Staaten ihre Verschuldung hochfahren, müssen sie höhere Zinsen für ihre Anleihen zahlen, wenn sie Abnehmer finden wollen.
Konstantin Veit, Anleiheexperte der zur Allianz gehörenden US-Fondsgesellschaft Pimco, formuliert es so: „Die Notenbanken ziehen sich zurück, damit rücken fundamentale Probleme wie die steigende Staatsverschuldung wieder mehr ins Blickfeld.“
Für die USA erwartet er in den kommenden Jahren jeweils Haushaltsdefizite von sechs bis sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts, im Euro-Raum gibt es große Unterschiede je nach Land.