Anleihen: Vertrauensvotum: Anleger greifen bei griechischen Bonds zu
Bei S&P und Fitch trennen Griechenland nur noch zwei Stufen von der Liga der investitionswürdigen Schuldner.
Foto: Moment/Getty ImagesAthen. Wenn der griechische Finanzminister Christos Staikouras Geld einsammelt, lassen sich die Anleger nicht lange bitten. Das frühere Krisenland ist mittlerweile ein gefragter Schuldner. Am Mittwoch zeigte sich das erneut, als die staatliche Schuldenagentur PDMA eine Anleihe am Markt platzierte.
Bis zu drei Milliarden Euro wollte die Agentur aufnehmen. Die Angebote für das im Februar 2026 fällige Papier beliefen sich auf über 20 Milliarden – die Emission war 6,6-fach überzeichnet.
Eine fünfjährige Anleihe hatte Griechenland zuletzt im Februar 2019 begeben, damals noch zu einem Kupon von 3,45 Prozent. Die Ausgaberendite des neuen Bonds liegt nach Angaben des Finanzministeriums bei 0,2 Prozent. Das zeigt, welche Fortschritte das Land bei der Kreditwürdigkeit gemacht hat. Marktteilnehmer sprachen von einem „Vertrauensvotum für die griechische Wirtschaft“.
Die große Nachfrage erscheint auf den ersten Blick überraschend. Schließlich war Griechenland noch vor sechs Jahren praktisch zahlungsunfähig. Damals lösten der Links-Premier Alexis Tsipras und sein exzentrischer Finanzminister Yanis Varoufakis mit ihrem Konfrontationskurs gegenüber den Gläubigern eine massive Kapitalflucht aus. Dem griechischen Finanzsystem drohte der Zusammenbruch. Die Euro-Partner bewahrten Athen mit Rettungskrediten von 86 Milliarden Euro vor der Pleite.