Handelskonflikt: Japan könnte US-Staatsanleihen in Zoll-Verhandlungen nutzen
Düsseldorf. Japan sieht sich in einer guten Position für Zollverhandlungen mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Japans großer Bestand an amerikanischen Staatsanleihen könne bei Gesprächen über die auf Importe von japanischen Produkten in die USA aufgeschlagenen Zölle ein Faustpfand sein, sagte Finanzminister Katsunobu Kato am Freitag in einer Nachrichtensendung des Staatssenders TV Tokyo.
„Es ist durchaus ein Trumpf“, sagte Kato. Zwingend wolle sein Land dies aber nicht ausnutzen: „Ob wir ihn einsetzen oder nicht, ist eine andere Entscheidung.“
Japan hielt Ende Februar rund 1,13 Billionen Dollar an US-Staatsanleihen und war damit laut Angaben des Finanzministeriums in Washington der größte ausländische Gläubiger der USA, gefolgt von China mit 784 Milliarden Dollar.
Sollte sich Tokio dafür entscheiden, verstärkt US-Staatsanleihen zu verkaufen, würden massive Marktturbulenzen drohen. Wahrscheinlicher als das ist, dass die Regierung den Kauf neuer Staatsanleihen zurückfahren oder komplett einstellen könnte.
Fällt ein wichtiger Käufer von US-Staatsanleihen aus, könnten die Devisen der Schuldpapiere steigen. Damit würde es für die Regierung in Washington teurer, sich zu verschulden. In dieser Woche war ein Team japanischer Regierungsvertreter nach Washington gereist, um mit der US-Regierung über Zölle zu sprechen.