Bargeld: Bundesbank und Verbände wollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen
Frankfurt. Eine ungewöhnliche Allianz aus mehreren Verbänden und der Bundesbank macht sich dafür stark, Ein- und Zwei-Cent-Münzen in Deutschland abzuschaffen. Die Bundesbank hat am Dienstag einen gemeinsamen Vorstoß mit Vertretern von Kreditwirtschaft, Einzelhändlern, Verbraucherschützern, Geld- und Wertdienstleistern sowie Automatenbetreibern veröffentlicht.
Häufig sind diese unterschiedlicher Ansicht, bei der Abschaffung von Kleinstmünzen herrscht hingegen seltene Einigkeit. Interessenvertreter und Währungshüter begründen ihre Forderung unter anderem mit den Kosten für Herstellung, Verpackung und Transport. „Außerdem wäre der Bargeldkreislauf nachhaltiger und effizienter“, zitiert die Bundesbank ihren für Bargeld zuständigen Vorstand Burkhard Balz in der Mitteilung.
Das Bündnis schlägt vor, krumme Beträge künftig beim Bezahlen an der Ladenkasse auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag auf- oder abzurunden. Die Mitglieder des von der Bundesbank initiierten Bargeldforums fordern das Bundesfinanzministerium auf, „sich für eine gesetzliche Rundungsregelung in Deutschland einzusetzen und diese voranzutreiben“.
Manche EU-Länder haben Rundungsregeln
Manche europäische Länder haben bereits Rundungsregeln. In Finnland und den Niederlanden sei das schon „gängige Praxis“, heißt es in der Mitteilung der Bundesbank. Zudem zeigten Umfragen, dass viele Europäer Ein- und Zwei-Cent-Münzen für verzichtbar halten.