Valcambi: Schweizer Großraffinerie warnt, dass Gold aus Russland weiter verarbeitet werden darf
Vorwürfen von NGOs und Marktgerüchten zufolge soll ein großer Teil der russischen Goldexporte über Dubai in die Schweiz umgeleitet werden.
Foto: Bloomberg/Getty ImagesZürich. An einem der wichtigsten Umschlagplätze für den weltweiten Gold-Großhandel sorgt der Umgang mit russischem Gold für Unruhe. Valcambi, eine der größten Raffinerien der Welt, betonte jüngst dass der Import von russischen Gold weiterhin legal sei. In einer Presseerklärung schreibt das Unternehmen: Als sogenannter „Handelsprüfer“ dürfe Valcambi jegliches Gold einführen und verarbeiten. „Das gilt auch für Gold, welches nach dem 7. März 2022 von den russischen Raffinerien produziert worden ist.“
Der eidgenössische Zoll bestätigte das auf Handelsblattanfrage zwar. Doch am 7. März hatte die London Bullion Market Association (LBMA) sämtlichen russischen Goldraffinerien die Akkreditierung für den Großhandel entzogen. Die Entscheidung aus London habe auch Auswirkungen für die Schweiz, stellte der Zoll klar: Da der britische Interbankenmarkt der einzige von der Schweiz anerkannte Handelsplatz für Gold und Silber sei, „werden neue Barren der suspendierten russischen Unternehmen in der Schweiz nicht mehr akzeptiert und sind nicht mehr handelbar. Die Banken dürfen sie nicht mehr annehmen.“