EZB vs. Fed: Wie Anleger jetzt vom Dollar profitieren können
Frankfurt. Nachdem sich Inflation und Geldpolitik in Europa und den USA in den vergangenen Jahren ähnlich entwickelt haben, gehen die Entwicklungen jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit auseinander. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag offenbar immer noch auf dem Weg zu einer ersten Zinssenkung im Juni, wenn die Inflationsaussichten es hergeben.
In den USA hat dagegen die hartnäckige Inflation dazu geführt, dass jetzt Zinssenkungen eher ab September erwartet werden, wenn überhaupt noch in diesem Jahr. US-Notenbankchef Jerome Powell hat zuletzt Zweifel an einer baldigen Zinswende genährt. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) sprach er in Washington von „mangelnden Fortschritten“ im Kampf gegen die zu hohe Inflation. Deshalb könne es angemessen sein, die Leitzinsen für längere Zeit auf dem jetzigen Niveau von 5,25 bis 5,5 Prozent zu halten. Der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers hat sogar die Möglichkeit aufgezeigt, dass es statt zu Senkungen noch zu einer weiteren Erhöhung kommen könnte.
Anders gesagt: Fed-Chef Jerome Powell und EZB-Chefin Christine Lagarde gehen unterschiedliche Wege. Diese Diskrepanz eröffnet Chancen für Investoren.