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Hang SengChina-Aktien erholen sich – Hoffnung auf Stabilisierungsfonds

Chinas Staatsführung will angeblich den Ausverkauf an den Finanzmärkten mit bis zu 300 Milliarden Dollar stoppen. Bisherige staatliche Stützungsversuche waren jedoch nur vorübergehend wirksam.Sabine Gusbeth 23.01.2024 - 09:14 Uhr aktualisiert

Peking. Die Hoffnung auf einen milliardenschweren Stabilisierungsfonds hat den Ausverkauf an den chinesischen Aktienmärkten am Dienstag vorerst gestoppt. Chinas Staatsführung erwägt einem Bericht zufolge offenbar, die chinesischen Aktienmärkte mit umgerechnet mehr als 300 Milliarden Dollar zu stützen. Das schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Demnach gebe es Überlegungen, dass Staatskonzerne rund 280 Milliarden Dollar von ihren Offshore-Konten für einen Stabilisierungsfonds zur Verfügung stellen, um den Ausverkauf zu stoppen. Zudem könnten Staatskonzerne wie China Securities und Central Huijin mindestens 40 Milliarden Dollar für lokale Fonds bereitstellen, die in Festlandsaktien investieren.

In Hongkong legte der Hang-Seng-Index am Dienstag um 2,6 Prozent zu. Chinas Leitindex CSI 300, der 300 wichtigsten Aktiengesellschaften in Shanghai und Shenzhen abbildet, stieg um 0,4 Prozent.

Wiederholte Stützungsversuche

Am Montag hatte Premierminister Li Qiang dazu aufgerufen, „energischere“ Maßnahmen gegen den Kursverfall zu ergreifen. Die Staatsführung hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrere Versuche unternommen, den Kursverfall zu stoppen – bislang erfolglos

Dass die herrschende Kommunistische Partei Staatskonzerne aufruft, die Märkte zu stützen, ist in China keine Seltenheit. Man spricht dabei vom Einsatz des „Nationalteams“. In der Vergangenheit waren derartige Eingriffe jedoch nur begrenzt erfolgreich. So war es 2015 nach dem Platzen der Aktienblase zwar gelungen, die Märkte mittels staatlicher Intervention vorübergehend zu stützen. Nach einer kurzzeitigen Erholung fiel der Leitindex jedoch um mehr als 20 Prozent.

Bereits in der vergangenen Woche hatten große Fonds versucht, Indexschwergewichte zu stützen. Dem „Nationalteam“ sei es damit vorübergehend gelungen, die Panik auf dem Markt bis zu einem gewissen Grad einzudämmen, schreiben die Experten der Investmentgesellschaft Hualong in einer aktuellen Analyse.

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Mit dem nun offenbar angedachten Stabilisierungsfonds dürfte die Staatsführung auch ein Signal an die Märkte senden, nicht gegen sie zu wetten.

„Das potenzielle Unterstützungspaket sollte in der Lage sein, den Rückgang kurzfristig zu stoppen und die Märkte bis zum Neujahrsfest zu stabilisieren, aber staatliche Käufe allein hatten in der Vergangenheit nur begrenzten Erfolg bei der Umkehr der Marktstimmung, wenn keine weiteren Maßnahmen folgten“, sagte Marvin Chen, Analyst von Bloomberg Intelligence. Das Neujahrsfest wird in China Anfang Februar gefeiert.

Mangelndes Vertrauen als Grund für Kursrutsch

Auslöser für den Kursrutsch in China seien „nicht so sehr die Makro-Daten, sondern das mangelnde Vertrauen“, sagte Alicia Garcia Herrero, Chefökonomin für den Asien-Pazifik-Raum bei der französischen Investmentbank Natixis, dem Handelsblatt. Denn die Wirtschaftsdaten hätten sich seit Oktober verbessert, die Entwicklung im vierten Quartal sei „anständig“ gewesen.

Vielmehr habe eine Flut schlechter Nachrichten seit Ende Dezember Investoren verunsichert. Sie nennt die neue Regulierung für Zahlungen bei Onlinespielen, die Ende Dezember für einen Kursrutsch bei Tencent gesorgt hatten. Erinnerungen an den Tech-Crackdown vor zwei Jahren wurden wach. Auch die jüngste Meldung, wonach ausländische Direktinvestitionen in China 2023 erstmals seit 2012 rückläufig waren, habe für Verunsicherung gesorgt.

Die „schrecklichen“ Marktbedingungen seien auch ein Problem, weil zahlreiche Börsengänge im vergangenen Jahr aufgeschoben worden seien, betont Garcia Herrero. Die Liste von IPO-Kandidaten sei sehr lang. „Woher sollen diese Unternehmen Finanzmittel und Eigenkapital bekommen?“, fragt sie.

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Interessanterweise hätten weder Hongkong noch die Festlandsbörsen von der Ankündigung der US-Notenbank profitiert, im zweiten Halbjahr 2024 möglicherweise die Zinsen zu senken – anders als andere asiatische Märkte, inklusive Taiwan, die eine wahre Investitionswelle erlebt hätten, so Garcia Herrero. Das zeige, dass „in China etwas schiefläuft“, so die Expertin, die in Hongkong arbeitet.

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